Read Fassen Sie sich bitte kurz: Gedanken und Erinnerungen zu Fragen von Karel Hvížd’ala by Václav Havel Online

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Vom Dissidenten zum Prsidenten In diesem Buch zieht der Held der Samtenen Revolution Bilanz Und weil Vclav Havel nicht nur einer der grten Politiker Europas, sondern auch ein Dichter war, kommt diese Lebensbeschreibung in ungewhnlicher Form daher berraschend offen, brillant komponiert, mit viel Sinn fr Humor und Liebe zum Detail prsentiert.Wie schon in seinem ersten Bilanzbuch Fernverhr 1986 beantwortet Havel Fragen des kritischen Journalisten Karel Hvdala und weicht dabei keinem Thema aus Wir verfolgen Hintergrnde des schwierigen Neubeginns erst der Tschechoslowakei und dann Tschechiens, werden zugleich Zeuge seines Kampfes mit den Tcken einer bisweilen absurden Brokratie, erfahren viel ber politische Feinde, Freunde, Wegbegleiter.Wir lernen aber auch den privaten Vclav Havel kennen, sein Verhltnis zu seinen beiden Ehefrauen und seinen Kampf mit der Krankheit Seine Autobiographie gewhrt seltene Einblicke in die inneren Verhltnisse eines hohen Amtes und eines internationalen Politikerlebens ebenso wie in die persnlichen inneren Konflikte eines Intellektuellen, der selbst immer wieder am meisten ber seine besondere Rolle in der Geschichte staunen musste....

Title : Fassen Sie sich bitte kurz: Gedanken und Erinnerungen zu Fragen von Karel Hvížd’ala
Author :
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ISBN : B07CJ6GWPV
ISBN13 : -
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Rowohlt Repertoire Auflage 1 20 April 2018
Number of Pages : 307 Pages
File Size : 776 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Fassen Sie sich bitte kurz: Gedanken und Erinnerungen zu Fragen von Karel Hvížd’ala Reviews

  • Barbara Dobrick
    2019-11-15 23:54

    Wenn ein weltberühmter Dramatiker Staatspräsident gewesen ist, darf man auf seine Memoiren besonders gespannt sein. Václav Havels Buch überrascht schon durch die Form: Havel collagiert seine schriftlichen Antworten auf Fragen eines tschechischen Journalisten mit Instruktionen und Berichten an seine Mitarbeiter in der Zeit seiner Präsidentschaft und mit tagebuchartigen Passagen aus der Gegenwart.So entsteht Mosaikstein für Mosaikstein das faszinierende Bild eines beeindruckenden Mannes, der Wert darauf legt, sich gerade auch in seinen Widersprüchen, seinen unterschiedlichen Befindlichkeiten, seinen Alltagsquerelen zu zeigen. Seine Bedeutung als Staatsmann wird wie nebenbei sichtbar. Das ist kurzweilig, literarisch elegant und politisch aufschlussreich.Mit feiner Ironie schreibt Havel über sich selbst. Den Eindruck der Erhabenheit meidet er wie der Teufel das Weihwasser, aber an seinen Haltungen lässt er keine Zweifel, selbst dann nicht, wenn er beispielsweise vermutet, dass der große Applaus auf eine scharfe Rede vor Vertretern multinationaler Konzerne wohl eher eine Reaktion auf seine "leicht märchenhafte Lebensgeschichte" als auf den Inhalt seiner Worte gewesen sei.Václav Havel, Spross einer Großbürgerfamilie, Bohemien und Schriftsteller, als Dissident jahrelang in Haft, landete 1989 nach der "Samtenen Revolution" wie selbstverständlich als Präsident auf der Prager Burg. Das ist tatsächlich märchenhaft - vor allem für die anderen. Aus seinen Memos an seine Mitarbeiter geht immer wieder hervor, wie sehr er sich mit seinen neuen Aufgaben herumquält. Am Wochenende, an Feiertagen plagt er sich regelmäßig mit dem Schreiben von Reden. In den rund 13 Jahren seiner Präsidentschaft sind sie seine literarische Produktion, und er ringt sie sich ab trotz Krankheit und privater Einschnitte, trotz Erschöpfung und Schreibblockaden.Havels Instruktionen an seinen Stab sind auch Zeugnis eines dauernden Kampfes um ein Mindestmaß an Professionalisierung seiner Amtsverwaltung. Er wird von seinen Mitarbeitern nicht ausreichend vorbereitet auf Gäste und auf Reisen. Er schämt sich in Grund und Boden über die immer mal wieder zu beanstandende Qualität des Essens für Staatsgäste, über kalte Knödel und halbgare Kartoffeln; letztere ließen Havel "fast zusammenbrechen", wie er schreibt, wurden aber vom japanischen Kaiser als böhmische Spezialität aufgefasst.Es sind gerade all die Memos mit den kleinen, oft sehr komischen Alltagsgeschichten, die einem Havel ganz nahe bringen. Aber es geht natürlich auch um große Politik, um die Teilung der Tschechoslowakei, um die Aufnahme in NATO und EU, und es geht um alltäglichen politischen Streit. Was die Innenpolitik anlangt, ist es ein unverständliches Versäumnis, dass der Rowohlt Verlag die deutschen Leser nicht mit Erläuterungen versorgt hat. Ein Anhang mit Erklärungen zu tschechischen Politikern und innenpolitischen Ereignissen fehlt diesem wunderbaren Buch schmerzlich.Dennoch sollte niemand die Lektüre deshalb verschmähen. Havels Understatement, sein Witz, seine ganz beiläufig wirkende Formulierungskunst, seine Selbstironie und seine Ernsthaftigkeit, machen sei Buch lesenswert und sympathisch.

  • magehulu
    2019-11-13 03:52

    Respekt vor dem außergewöhnlichen Mann Vaclav Havel. Er gibt in diesem Buch auch über ganz persönliche Dinge für den Leser Auskunft. Fassen Sie sich bitte kurz - sind die Einschätzungen von Havel die beispielhaft für Politiker sein können. Ich behaupte eine Welt mit ihm ist eine bessere.Mit dem Wechsel von persönlichen Notizen und den Schilderungen über tatsächliche Ereignisse ist das Buch nicht immer einfach zu lesen. Er fasst sich dann nicht kurz, sondern schildert auch detailliert wie manche Ereignisse waren. Der ganze Druck, den das herausragende Amt von Havel gefordert hat wird sichtbar. Er hat es bewusst auf sich genommen, zum Wohle seines Landes und bestimmt zu Lasten seiner Gesundheit.Havel ist und bleibt ein Freigeist. Seine Entscheidungen und Handlungen haben ihn immer beschäftigt und auch heute ist er verwundert und unsicher ob sie richtig waren. Sein Lebensweg ist in diesem Buch beschrieben und sein Beitrag, nicht nur in der Politik, ist schon heute Teil der Geschichte. Mein Respekt vor diesem Mann und das Buch verdient alle Sterne.