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Title : Das Schattensyndrom: Neurobiologie und leichte Formen psychischer Störungen von John J Ratey (1999) Gebundene Ausgabe
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ISBN : B010IMXZVK
ISBN13 : -
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : -
Number of Pages : 589 Pages
File Size : 795 KB
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Das Schattensyndrom: Neurobiologie und leichte Formen psychischer Störungen von John J Ratey (1999) Gebundene Ausgabe Reviews

  • None
    2020-01-11 16:23

    Bezugnahme auf die obige "Spektrum der Wissenschaft" Rezension von Herrn RotthausWas ist das Anliegen von Ratey?1.Er versucht zu vermitteln, daß langdauernde psychische Dysbalancen zu chronischem Streß führen können, mit allen Folgen. Es geht also um zeitlich langanhaltende Leidenszustände.Wie wird Leidensdruck gemessen? Im Grunde gar nicht.Die Schulmedizin und die Schulpsychologie behilft sich mit Diagnosekriterien und Diagnosekatalogen. Für eine „anständige" und „erstattungsfähige" Diagnose braucht der Patient eine bestimmte Anzahl von Pünktchen auf der Skala. Und er braucht eine „Krankheit", sonst gibt es keine Kohle. Dafür muß er sich dann sagen lassen, daß er eine Krankheit zu seiner eigenen „Entlastung" - was immer dieser Herr damit unterstellen will - verlangt, die ihm satzungsgemäß gar nicht „zusteht". Hat er zu wenig Punkte fehlt ihm nichts, basta.Nun ist es auch die Kunst des Arztes, den Menschen ganzheitlich nämlich in seinem subjektiven Leiden zu bewerten und nicht nur nach einer „kassenfähigen" Nummer im ICD-Schlüssel zu fahnden. Hier scheitert Herr Rotthaus. Nach dem Motto „Nicht sein kann, was nicht sein darf" negiert er den ganzen Ansatz und versucht ihn ins unwissenschaftliche Abseits zu rücken.Diese Fragwürdigkeit versucht er natürlich noch dadurch zu unterstreichen, daß Ratey von biologischen Komponenten und nicht ausschließlich von reaktiven Ursachen ausgeht. Hier haben wir dann auch den alten Erbe-Umwelt-Streit wieder, der immer dazu führt, das ganze Arsenal von Verunglimpfung der medikamentösen Therapieansätze aufzufahren. Hier geht es um Positionen, nicht um die Patienten.Ratey spricht sich ausdrücklich für multimodale Therapiestrategien aus, grundsätzlich. Allerdings verzichtet er in Verantwortung für seine Patienten eben nicht auf die hilfreiche Unterstützung durch die Medikation.Und wichtig: Er ist Arzt. Er darf Medikamente einsetzen.Was die Bewertung von Leidensdruck und Behandlungswürdigkeit betrifft, so wird jeder an sich selbst die Erfahrung gemacht haben, daß fremdes Leid mit mehr Geduld und Stärke ertragen werden kann als eigenes. Diese höchstpersönliche Wertung schleicht sich, meine ich, hier beim Rezensenten in den Vordergrund.Ein zweiter Gedanke scheint mir wichtig. Wenn mangels Konzept die Mittel zur adäquaten Therapie fehlen, wenn trotz langanhaltender Therapiebemühungen die Erfolge ausbleiben, dann ist es durchaus nachvollziehbar, das Dilemma mit dem eleganten Trick zu lösen, den Krankheitsbegriff per se zu leugnen und/oder dem Patienten die Behandlungs-Willigkeit/Würdigkeit abzusprechen. Nach dem Motto „Wenn der Patient nicht in meine Konzepte paßt, ist er selbst schuld!" "Wir bestehen auf Zusammenarbeit und nicht auf Anspruchshaltung!"2. Viele Menschen leiden unter Symptomatiken aus verschiedenen Syndromkomplexen. Verkürzt ausgedrückt will Ratey zeigen, daß ein bißchen Zwangssymptomatik, ein bißchen depressive Verstimmung, ein bißchen soziale Phobie usw. zusammen auch zu einem ganzen Rucksack voll Symptomen führen kann, der chronischen Leidensdruck und chronischen Streß erzeugt. Auch wenn es für eine schulmedizinische Diagnose einer Angststörung oder einer Depression oder einer Zwangsstörung natürlich nicht „reicht".3. Ratey vertritt natürlich die - „nicht untypische" - ketzerische These, daß viele dieser Störungen auf biologischen Veranlagungen beruhen (können). Damit macht er sich natürlich sofort verdächtig. Über die evolutionsbiologischen Hintergründe, über die Erblichkeit von Reaktions-, Handlungs- und Wahrnehmungsstrategien sollte man sich keine Gedanken machen, wenn man den Segen aus dieser Ecke gerne hätte.Ich denke, die Evolution wird den Menschen in seiner Leidensfähigkeit auch eines fernen Tages noch nicht an den Punkt gebracht haben, wo er sich komplikationslos in analytisch/tiefenpsychologische Schemata einfügen läßt. Obwohl von dieser Seite seit geraumer Zeit ein erheblicher Selektionsdruck aufgebaut wird, wird sich der Patient auch in Zukunft nicht an die verordnete ausschließlich reaktive Verursachung seiner Krankengeschichte halten können. Auch die Bewertung seines Leidens und die Berechtigung seines Behandlungswunsches wird er selbst vollziehen müssen, so arbeitet sein Gehirn mit seinen plastischen Synapsen nun mal, und nicht diesen Leuten überlassen können.Mich stört an dem Buch am meisten der viel zu hohe Preis. Auch die Fallgeschichten sind langatmig und für mich oft mühsam zu lesen gewesen. Das Konzept spricht mich an.Daß die Lehrbücher der Psychiatrie und der Psychologie umgeschrieben werden und werden müssen, ist keine neue revolutionäre Erkenntnis. Daß Ratey's Konzept der „formes frustes" hier Eingang und ein Plätzchen finden wird, scheint mir nicht unwahrscheinlich.Ich bin froh, daß es Leute wie Ratey gibt. Solange besteht Hoffnung.Dr. Rupert Filgis

  • Amazon Customer
    2020-01-02 19:23

    Shadow syndromes sind vermeintlich "kleine" Formen der grossen psychiatrischen Störungen wie Depression, Manisch-depressive Störung, Ängste, Psychosen oder ADHS. Sie stehen also quasi im "Schatten", verlaufen weniger auffällig aber verursachen gerade deshalb erhebliche Leidensprobleme. Ein tolles Buch, dass viele "Leidensgeschichten" von Betroffenen verständlich machen wird. Für mich eine völlig neue Sichtweise auf die Psychiatrie

  • Café Holunder
    2019-12-26 22:10

    In sehr einseitiger Weise vertritt dieses Buch den zeittypischen und modischen amerikanischen Biologismus: Alles menschliche Verhalten, das nicht in eine eng gefasste "Normalität" passt, wird als genetisch bedingte Krankheit etikettiert (wogegen dann natürlich Medikamente helfen). Die Buchautoren haben mich deshalb geärgert.