Read Letzte Aufzeichnungen by Erich Honecker Online

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Erich Honecker war 169 Tage in Berlin Moabit inhaftiert, ehe er Anfang 1993 nach Chile ausreiste Im Gepck hatte er ein Tagebuch, etwa 400 handschriftlich gefllte Seiten Fr Margot stand auf dem Deckblatt Darin berichtet er ber den Gefngnisalltag, sein Befinden, Gesprche und Eindrcke Es sind vermutlich die einzigen persnlichen Notizen, die Erich Honecker je zu Papier brachte Sie erscheinen im Jahr, in welchem er 100 geworden wre.Mit einem Vorwort von Margot Honecker....

Title : Letzte Aufzeichnungen
Author :
Rating :
ISBN : B007W8RFU6
ISBN13 : -
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : edition ost Auflage 2 20 April 2012
Number of Pages : 506 Pages
File Size : 689 KB
Status : Available For Download
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Letzte Aufzeichnungen Reviews

  • Luzifer & SpaceGirl
    2020-02-05 19:26

    In seinen letzten Aufzeichnungen räumt deren Verfasser seine Mitschuld ein am Ende der Sowjetunion. Der Autor erinnert sich (S. 37), dass Gorbatschow, nachdem man ihn 1985 mit einer Stimme Mehrheit zum Generalsekretär des ZK der KPdSU gewählt hatte, sehr unsicher und ängstlich war. Voll von Selbstzweifeln habe er sich an ihn, den Autor, gewandt und ihn um Rat gefragt. Er, Honecker, habe damals die Chance gehabt, Gorbatschow zum Rücktritt zu bewegen. Statt diese Chance zu nutzen, habe er das sowjetische Staatsoberhaupt "zu beruhigen versucht". Michail Sergejewitsch habe daraufhin wieder Mut geschöpft und mit der schrittweisen Demontage seines Landes begonnen.Wissenswertes weiß der Verfasser des vorliegenden Buches außerdem zu berichten über:ALEXEJ IWANOWITSCH ADSCHUBEI.Der Schwiegersohn von Chruschtschow redete nach Einschätzung des Autors 1964 Unsinn, als er öffentlich behauptete, Ulbricht leide an einer malignen Erkrankung und werde in Kürze zurücktreten (S. 82).LEONID BRESHNEW.Der Autor schreibt, dass Breshnew ihm vertraute. Er habe ihm sogar verraten, welche Mitglieder des Politbüros in Wahrheit Agenten des KGB waren (S. 91).MANFRED GERLACH.Der Vorsitzende der LDPD war nach Ansicht des Autors schon 1949 ein Mann, dem man nicht trauen konnte (S. 37).MICHAIL SERGEJEWITSCH GORBATSCHOW.Den Worten des Autors zufolge war Gorbatschow "ein eitler und gewissenloser Schuft und Verräter" (S. 36f.), der sein eigenes Volk zu beschimpfen pflegte als "faul und träge" (S. 90). Neben seiner fehlenden Vaterlandsliebe habe Gorbatschows auch noch andere charakterliche Mängel: Er sei unzuverlässig und halte sich nicht an Vereinbarungen (S. 91). Als er 1985 zum Generalsekretär gewählt wurde, sei er "ängstlich darauf bedacht gewesen, von den anderen Staatsoberhäuptern gelobt und geliebt zu werden". Voller Selbstzweifel sei er bei ihrem ersten Treffen gewesen und er, der Autor, habe ihn beruhigen und ihm Mut zusprechen müssen. Leider habe sich später herausgestellt, dass dem ängstlichen Selbstzweifler der Beifall des Westens wichtiger war, als das Wohl des russischen Volkes (S. 37). Bereits in seiner Zeit als Sekretär für Landwirtschaft habe Gorbatschow sich vor allem durch Inkompetenz und Vergnügungssucht ausgezeichnet (S. 61). "Schamlos" sei er gewesen (S. 111) und "undankbar" (S. 121). Für die 400 000 Tonnen Kartoffeln, welche die DDR der Sowjetunion jährlich lieferte, habe Gorbatschow sich nie bedankt.ANDREJ ANDREJEWITSCH GROMYKO.Gromyko trug nach Einschätzung des Autors indirekt eine Mitverantwortung für das Ende der Sowjetunion, da er es gewesen sei, der nach Tschernenkos Tod vorschlug, Gorbatschow zum Generalsekretär zu ernennen (S. 92).HEINZ HOFFMANN.Nach Einschätzung des Autors war es Hoffmann, der 1961 mit Hilfe von vier sowjetischen Offizieren die Grenzschließung veranlaßte (S. 178).ALEXANDER NIKOLAJEWITSCH JAKOWLEW.Jakowlew sei ein Vorkämpfer der Perestroika (S. 32), Gorbatschows Freund (S. 61) und ein Antikommunist gewesen (S. 37), der in Marx und Lenin die Hauptverantwortlichen sah für die schlechte wirtschaftliche Lage der Sowjetunion.IWAN IGNATJEWITSCH JAKUBOWSKI.Gemeinsam mit den Marschällen Konew, Tschuikow und Werschinin habe Jakubowski 1961 den Bau der Berliner Mauer vorbereitet (S. 178).EGON KRENZ.Der Autor gesteht, dass er mit Krenz als seinem Nachfolger nicht recht glücklich war. Stattdessen hätte er sich Konrad Naumann auf seinem Posten gewünscht (S. 39).WERNER KROLIKOWSKI.Den Angaben des Autors zufolge war Krolikowski in Wahrheit ein Agent des KGB und lieferte heimlich Berichte nach Moskau, in welchen er vorschlug, gegen ihn, Honecker, zu intrigieren (S. 91).WADIM ANDREJEWITSCH MEDWEDJEW & ANATOLI FJODOROWITSCH DOBRYNIN.Nach Ansicht des Autors waren es Medwedjew & Dobrynin, welche gemeinsam mit Gorbatschow, Jakowlew und Schewardnadse für die Zerschlagung der Sowjetunion verantwortlich waren (S. 101).HERBERT MIES & ELLEN WEBERDem Vorsitzenden der DKP wirft der Autor vor, die DDR gegenüber Gorbatschow nicht verteidigt zu haben. Auch die stellvertretende DKP-Vorsitzende Ellen Weber habe trotz bester Beziehungen zu Gorbatschow nichts unternommen. Beide, Mies & Weber, hätten ihn, den Autor, sehr enttäuscht (S. 32).KONRAD NAUMANN.Ein Fehler sei es gewesen, so der Autor, Naumann 1985 wegen seines Auftretens "vor ein paar Intellektuellen" von seinen Funktionen zu entbinden. Im Gegensatz zu anderen Genossen sei Naumann immer aufrichtig und ehrlich gewesen. Er sei es auch gewesen, der die Initiative zum Bau des Nikolai-Viertels ergriffen und durchgesetzt habe. Das Viertel sei ein Denkmal für ihn. Naumann, so resümiert der Autor, wäre sein einzig würdiger Nachfolger als Staatsoberhaupt der DDR gewesen (S. 39).OTTO REINHOLD.Nach Ansicht des Autors ist Otto Reinhold der Hauptverantwortliche für das Ende der DDR. Unter seiner Leitung sei aus der SED-Kader-Schmiede, dem Institut für Gesellschaftswissenschaften, ein "Nest voller Feinde" geworden, zu dessen Absolventen man Reinhold "nur gratulieren" könne. Der Autor bezeichnet es als einen großen Fehler, dass Reinhold 1962 als Institutsdirektor eingesetzt wurde. Damit sei quasi der Grundstein gelegt worden für das Ende der DDR, denn unter Reinolds Führung sei die Akademie "zersetzt" worden (S. 130).GROGORI WASSILJEWITSCH ROMANOW.Der Autor läßt den Leser wissen, dass ursprünglich nicht Gorbatschow, sondern Romanow die Nachfolge Tschernenkos antreten sollte. Dass nicht er, sondern der "Verräter" Gorbatschow zum Generalsekretär gewählt wurde, habe man Andrej Gromyko zu verdanken. Mit Romanow an der Spitze wäre alles anders gekommen (S. 92f.).GÜNTER SCHABOWSKI.Schabowski war nach Einschätzung des Autors ein "Verräter" (S. 39/S. 45), dessen eigentliches Ziel die Errichtung eines kapitalistischen Gesellschaftssystems gewesen sei (S. 131).GERHARD SCHÜRER.Schürer war nach Einschätzung des Autors ein "Spinner" (S. 179). Ebenso wie Schabowski habe auch er der DDR mehrere Jahrzehnte lang geschadet, indem er "Kurs auf den Kapitalismus nahm" (S. 131).HERBERT WEHNER.Der Autor glaubt sich zu erinnern, dass Wehner ihn 1973 gebeten habe, nicht weich zu werden, die Fahne nicht zu wechseln und die kommunistischen Ideale nicht aus dem Auge zu verlieren (S. 119).

  • hajuemil
    2020-02-08 23:33

    Das Buch ist hochinteressant und man lernt hier einen Menschen kennen der vor den Trümmern seiner Idiologie steht. Er ist nicht das Monster wie er nach der Wende von manchen damaligen westdeutschen Politkern dargestellt wurde, die ihn aber jahrelang hofiert hatten. Man muss halt immer alles von beiden Seiten sehen bevor man sich ein Urteil über einen Menschen bildet.

  • Karl-Heinz Theiss
    2020-01-31 22:36

    Mich interessieren Dokumentationen, die mit der DDR im Zusammenhang stehen. Dabei interessieren mich Texte von Honecker genauso, wie solche von Menschen die von dem Regime gequält wurden, von Linientreuen bis hin zu Protestlern. Von allen einen Teil in meinen "großen Topf" und so zeichne ich mein Bild von der DDR - persönliche Erlebnisse vor und nach dem Mauerfall inclusive.Ach ja - Medimops hat wie immer für eine perfekte Geschäftsabwicklung gesorgt.

  • Harald Koch
    2020-02-23 19:27

    .... Nichts für politisch zarte Gemüter, weil die starren und vom Sozialismus durchdrungenen Gedanken nicht mehr so recht in unsere heutige Zeit zu passen scheinen. EH lässt auch in keiner Weise ein Unrechtsbewusstsein erkennen.

  • Thomas E.
    2020-02-06 01:53

    Eigentlich sollte es ja unmöglich sein, sich über die persönlichen Aufzeichnungen eines Menschen, die letzten gar, eine Meinung zu bilden. Spiegeln sie doch in höchstem Maße eine Privatheit und Subjektivität wider, die außerhalb jedweder Einschätzung und Bewertung steht und stehen sollte.Anders ist es bei Prominenten, Politikern, Künstlern, eben bei in der Öffentlichkeit stehenden und mit dieser eng verbundenen Personen. So natürlich auch bei Erich Honecker. Und ich, geborener und „gelernter“ DDR- Bürger, bin dankbar dafür, dass man sich in der Familie von Herrn Honecker für die Veröffentlichung dieser stellenweise sehr persönlichen letzten Aufzeichnungen entschieden hat.Und ein großes Lob an den oder die Autoren der Anmerkungen (Anmerkungen, Bemerkungen, Fußnoten) ! Diese wurden sehr, sehr fleißig und m. E. auch sehr, sehr gründlich recherchiert, zusammengetragen und in die entsprechenden Zusammenhänge gestellt. Und ich muss sagen, dass erst diese akribischen Anmerkungen letztendlich das Buch zu einem wirklich wertvollen historischen Dokument machen. Ohne das Persönliche entwerten zu wollen: Erst die Gesamtheit, die Verschmelzung der persönlichen Aufzeichnungen mit den entsprechenden Anmerkungen, Ergänzungen und Erläuterungen, macht den Wert des Buches als ein wichtiges historisches Dokument zur deutschen Geschichte im Allgemeinen und zur DDR- Geschichte im Besonderen aus.Leider ist für den Leser die Autorenschaft der Anmerkungen nicht erkennbar, was ich sehr bedauerte.Das Lesen der Aufzeichnungen Erich Honeckers ruft vor allem zwei Reaktionen hervor: Einerseits verführt es zu einem „innerlichen Kopfschütteln“ über die Uneinsichtigkeit zur Ursache von Perestroika und Wende, zum anderen ist es bedauerlich, dass die private und politische Persönlichkeit Erich Honeckers den Menschen in der DDR, und somit natürlich der Öffentlichkeit im allgemeinen, nicht schon Jahre früher wenigstens etwas auf diese Art und Weise zugänglicher war. Die so viel beschworene „Verbundenheit der Partei- und Staatsführung mit dem werktätigen Volk“ wäre glaubhafter und stabiler gewesen. Menschlicher. Auch politisch wäre es gut gewesen, so manches Mal eher Rechenschaft abzulegen und die Erläuterung politischer und gesellschaftlicher Zusammenhänge zu liefern als ständige Schönfärbereien und Propagandaschlagzeilen in den letztlich gleichgeschalteten Medien zu verbreiten. Hätte das Material dieses Buches in dieser oder jener Form schon eher Verbreitung gefunden, hätte in der DDR realitätsnahe Arbeit und ein wirklichkeitsbezogenes Leben stattfinden können. Offenheit, auch von oben nach unten, statt Angst, Repressalien und Einschüchterung. Man wünscht sich beim Lesen oftmals, dem Autor gegenüber zu sitzen und viele, viele Fragen zu stellen und zu diskutieren. Fair und offen. Es wären Fragen nach Reise- und Religionsfreiheit gewesen, nach Diskriminierung, ständiger Angst vor Repressalien und Bespitzelung, nach der Zensur in Kunst und Kultur, nach einer gegen die eigene Bevölkerung gerichteten Grenze, der Schaffung einer Mehr- Klassen- Gesellschaft durch Intershop, Exquisit und Delikat usw. usf. Die Liste wäre lang. Leider ist das ja nun nicht mehr möglich.Sehr interessant und dokumentarisch wertvoll sind die Einblicke in Hintergründe der DDR- Innen- und Außenpolitik sowie die Einschätzung von Persönlichkeiten und politischen Haltungen von Menschen, die einmal das tägliche Leben im In- und Ausland bestimmten. Uns allen bekannte Wendehälse und Nestbeschmutzer kommen dabei nicht gut weg. Die Geschichte vergisst eben kein rückgratloses und opportunistisches Verhalten. Von größter historischer und politischer Bedeutung, wohl auch für den Privatmann Erich Honecker, war die von ihm so gründlich ausgearbeitete und wohldurchdachte Rede, die er anlässlich seiner Gerichtsverhandlung im Prozess vortrug. Persönliches Statement und politisches Testament zugleich.Zusammenfassend kann man sagen: Das Buch ist kein Enthüllungsjournalismus im Sinne von Regenbogenpresse, sondern ein sehr persönlich verfasstes Zeitdokument der deutschen Geschichte.