Read Tiere sind die besseren Menschen: Ein Buch für: Tierquäler und Tierschützer, Fleischesser und Vegetarier, Gläubige und Nichtgläubige by Peter Sasse Online

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In seinem zweiten Buch Tiere sind die besseren Menschen geht der Gesellschaftsphilosoph Peter Sasse der Frage ganzheitlich nach, warum Menschen Tiere schlecht behandeln Die Erkl rungen hierzu gibt er ausf hrlich in gesellschaftspolitischen Aspekten, geht aber auch auf philosophische, naturwissenschaftliche und religi se Fakten ein Entstanden ist ein einzigartiges Werk, das neben grausamer Tierqu lerei auch anr hrende Freundschaften von Mensch zu Tier, Tier zu Mensch und Tier zu Tier aufzeigt Ein Sachbuch, das aufr ttelt, aufkl rt und dazu anregt, unser bisheriges Verst ndnis und Verhalten gegen ber den Tieren zu berdenken Peter Sasse hat ein kenntnisreiches und packendes Buch geschrieben, illustriert durch einmalige Bilddokumente Eine Liebeserkl rung an alle Tiere Moderatorin Anneke ter Veen in ihrer Talkshow....

Title : Tiere sind die besseren Menschen: Ein Buch für: Tierquäler und Tierschützer, Fleischesser und Vegetarier, Gläubige und Nichtgläubige
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ISBN : 3946635016
ISBN13 : 978-3946635017
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Musketier Verlag Auflage 1 25 November 2016
Number of Pages : 394 Pages
File Size : 973 KB
Status : Available For Download
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Tiere sind die besseren Menschen: Ein Buch für: Tierquäler und Tierschützer, Fleischesser und Vegetarier, Gläubige und Nichtgläubige Reviews

  • Ricardo Gonzales
    2020-04-06 18:14

    Ein ausserordentlich gutes Buch mit sehr gut recherchierten Inhalten, welches wachrüttelt, sehr traurig ist wenn man begreift was wir den Tieren und unserer Umwelt antun und zumuten mit einer solchen Überheblichkeit, Selbstverständlichkeit und Grausamkeit. Jeder der heute Fleisch ist sollte sich dem stellen und es gibt einfach kein einzig gültiges Argument zu sagen Fleisch oder tierische Erzeugnisse wären gesund oder würde unser Körper brauchen. Unsere Ignoranz bezüglich dem Umgang mit Tieren und der Umwelt wird uns teuer zu stehen kommen.

  • Mehmedovic isolde
    2020-03-11 22:25

    Dieses Buch bietet einen Blickwinkel, der den meisten von uns mit Sicherheit nicht bekannt war!Man erfährt den Ursprung, den wahren Kern dieser erschütternden Situation, wie wir pflegen, mit Tieren umzugehen.Es regt zum Nachdenken an und führt einem vor Augen, wie viel Nachholbedarf wir in Sachen Tiere noch haben!Und das man Religion nie blind vertrauen darf und immer auch seine Grundsätze hinterfragen muss.

  • Bettina
    2020-03-19 23:30

    Wenn man ein Tierfreund ist, sollte man es als Pflichtlektüre im Bücherschrank haben u. allen Bekannten von diesem Werk erzählen!

  • Julia Brunke
    2020-03-25 00:34

    Wir lieben Tiere: Hunde, Katzen, Pferde, Vögel - und wir freuen uns, wenn wir Lämmer oder Kälbchen auf der Weide sehen oder Rehe, die am Waldrand äsen. Andererseits freut sich die Mehrheit der Menschen über ein gutes Stück Fleisch auf dem Teller. Doch niemand möchte darüber nachdenken, dass er Tierkinder isst: Ferkel, Kälber, Lämmer, 6 Wochen alte Masthühner oder 16 bis 23 Wochen alte Gänse und Enten. Warum ist das so? Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele und sie wären dafür da, dass wir Menschen sie essen? Fragen, denen Peter Sasse in seinem Buch »Tiere sind die besseren Menschen« nachgeht - aus religiöser, philosophischer, gesellschaftspolitischer und naturwissenschaftlicher Sicht. So erfährt der Leser in dem spannenden Sachbuch Hintergründe und Ursachen von Tierquälerei und Tierversuchen, Massenhaltungen und Schlachthöfen, Profitgier und politischem Handeln in Bezug auf Tierrechte.Haben Tiere eine Seele?Peter Sasse untersucht die historischen Wurzeln des heutigen milliardenfachen Tierleids: Wo kommt der Gedanke her, Tiere hätten keine Seele? Im Altertum hatten nach der Philosophie Platos Tiere eine Seele. Für Plato war der Unterschied zwischen Tier und Mensch nicht exakt festgelegt, sondern fließend. Erst die römisch-katholische Kirche machte eine klare Trennung zwischen den »unvernünftigen« Tieren und der unsterblichen Seele des Menschen als Ebenbild Gottes.»Ob Gott dies auch so gesehen hat?«, fragt Peter Sasse. »Ich glaube, seine Stellvertreter haben den Tieren die Seele abgesprochen, um sie damit zu entrechten und nach Gutdünken behandeln zu können. Ein Lebewesen ohne Rechte darf gequält und umgebracht werden, ohne dafür Schuld empfinden zu müssen. Genauso hat man jahrhundertelang über Frauen, Schwarze und indigene Völker gedacht. Diejenigen, die sich auf die christliche Lehre beriefen, behaupteten, dass das Gebot ‚Du sollst nicht töten’ nicht für Lebewesen gilt, die keine Seele haben. Die Kirche hatte keine Skrupel, Zigtausend Frauen lebendig zu verbrennen, daneben unzählige Andersgläubige sowie die Ureinwohner Südamerikas, von denen nicht einmal zehn Prozent die Christianisierung überlebten. Den Frauen sprach man später eine Seele zu, wenn auch eine niedrigere als der des Mannes. Seit der Aufklärung musste man diese abstrusen Ansichten nach und nach aufgeben. Heute spricht man zumindest den Frauen und den Schwarzen eine Seele zu. Bei den Tieren tut man sich aber immer noch schwer.«Bereits in seinem vorherigen Buch »Die Angst vor der Frohen Botschaft« hat sich Peter Sasse ausführlich mit der Institution Kirche und ihrer Geschichte auseinandergesetzt. Hatte er dort die Menschen im Fokus, geht es in seinem neuen Buch »Tiere sind die besseren Menschen« um unsere Mitgeschöpfe, die Tiere. Denn auch sie haben laut Kirche keine Seele und somit keine Rechte – diese Aussagen vertritt ein Großteil der Bischöfe bis heute. Ist es da verwunderlich, wenn in katholisch geprägten Ländern Rituale wie Stierkämpfe und Tieropfer nach wie vor unter großem Beifall zelebriert werden?Das 5. Gebot gilt nicht für alleIn den Zehn Geboten heißt es eindeutig: »Du sollst nicht töten!«. Doch laut Kirchenlehre gilt »Du sollst nicht töten« nicht für den Umgang mit Tieren, sondern nur für Menschen. Das allerdings hat die Kirche nicht gehindert, zu Zeiten der Kreuzzüge zum massenhaften Töten von Muslimen und Juden aufzurufen oder in Inquisition und Hexenverfolgung millionenfach Andersdenkende foltern und grausam töten zu lassen. »Alle, die außerhalb von Dogmen und Kirchengesetzen standen, waren Freiwild«, schreibt Peter Sasse.In der Bibel gibt es zu dieser Frage unzählige Widersprüche: Während Gott durch Moses das Gebot »Du sollst nicht töten!« verkündet, fordert angeblich derselbe Gott in vielen Stellen des Alten Testaments fordert zu Hinrichtungen und Kriegen auf. Durch einige Propheten des Alten Bundes lehnt Gott blutige Tieropfer ab, an anderen Stellen des Alten Testaments werden grausige Brandopfer mit genauen Anweisungen des Schlachtens und Zerstückelns gefordert.Peter Sasse weist darauf hin, dass etliche Historiker die Bibel als das grausamste Buch der Weltliteratur bezeichnen. Und er zitiert den amerikanischen Bischof John Shelby Spong, der die beiden Testamente genau studiert hat: »Wer seine Moral auf der Bibel aufbauen will, hat sie entweder nicht gelesen oder nicht verstanden.« Um Gottes reines und unverfälschtes Wort kann es sich dabei jedenfalls nicht handeln.»Auch im Neuen Testament lässt sich jede gesellschaftliche und theologische Meinung herausfiltern«, schreibt Sasse. Dies sei nicht verwunderlich, wenn man bedenke, unter welchen Machteinflüssen die Bibel in Jahrhunderten entstanden sei. Und gerade was die Frage über den Umgang mit Tieren angehe, könne man auch im Neuen Testament kaum eine Orientierung finden, da bereits bei der ersten Bibelausgabe (Vulgata) des Hieronymus die Erzählungen von Jesus und den Tieren unterdrückt worden waren. »Die Bibel bleibt Menschenwerk«, schreibt Sasse und zitiert den katholischen Diplom-Theologen Moris Hoblaj, der die Bibel »als das maßgeschneiderte Kleid der Kirche« bezeichnet.Urchristliche Vegetarier unchristlich verdammt»Bei Jesus gilt das Gebot ‚Du sollst nicht töten!’ auch für die Tiere«, so Peter Sasse. Er erinnert an die Szene, wie Jesus die Tierhändler aus dem Tempel trieb (Joh. 2,14ff): »Und er fand im Tempel sitzen, die da Ochsen, Schafe und Tauben feil hatten, und die Wechsler. Und er machte eine Geißel aus Stricken und er trieb sie alle zum Tempel hinaus samt den Schafen und Ochsen und verschüttete den Wechslern das Geld und stieß die Tische um und sprach zu denen, die die Tauben feil hatten: Tragt das von dannen und macht nicht meines Vaters Haus zum Kaufhause!«»Mit dem Auftreten von Jesus änderten sich viele Regeln und Gesetze«, schreibt Sasse. »Nicht nur das Opfern, sondern auch das Jagen galt für die Christengemeinden der ersten Jahrhunderte als unvereinbar mit ihrem Glauben.« So sei bei den christlichen Urgemeinden auch die vegetarische Ernährung weitgehend verbreitet gewesen.Dagegen hat Paulus, der das spätere kirchliche Christentum weitgehend geprägt hat, den Fleischkonsum ziemlich rigoros verteidigt, erklärt Peter Sasse. Anders als viele der ersten Christen in den Urgemeinden, die das Töten von Tieren ablehnten, aß Paulus als römischer Bürger gerne Fleisch und forderte (1. Kor 10, 25): »Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, das esst, und forschet nicht nach, damit ihr das Gewissen nicht beschweret.«Der römische Kaiser Konstantin kämpfte skrupellos um die Macht im römischen Reich und fasste im Konzil zu Nicäa im Jahr 325 n. Chr. die damals unterschiedlichen Strömungen des Christentums zu einer einheitlichen kirchlichen Macht zusammen. »Die Kirche hatte ohnehin seit der Ausdehnung im römischen Reich das Urchristentum nicht nur weitgehend verlassen. Zusätzlich begann sie, dessen Ideen und Lebensweisen seit dem 4. Jh. regelrecht zu bekämpfen«, erklärt Peter Sasse. Er zitiert als Beispiel aus einem Beschluss der Synode von Ankara aus dem Jahr 314, dass alle Priester und Diakone, die sich des Fleisches enthielten und sich weigerten, nicht einmal mit Fleisch vermischtes Gemüse zu essen, aus dem Amt zu entfernen seien.»Generell galten die Urchristen fortan nicht nur als Ketzer, sondern vor allem als Anachristen und damit Feinde des Staates«, so Sasse. »Besonders schlimm ging man nun gegen die Vegetarier vor, indem man ihnen den Prozess machte, sie hinrichtete und später fast ganz ausrottete.« Weiter schreibt er: »Um die urchristlich lebenden Kirchengemeinden besser verfolgen zu können, verhängte Papst Johannes III. 561 n. Chr. vierzehn bis heute nicht widerrufene Bannflüche gegen alle Vegetarier.« Und in der 1. Synode von Braga wurde festgelegt: »Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet, der sei mit dem Bannfluch belegt.« Mit dem Bannfluch fielen Vegetarier nach Lehre der Kirche nicht nur ewigen Höllenqualen anheim, sie galten auch als »vogelfrei«: Der Gebannte verlor als ein aus der Gesellschaft Ausgeschlossener alle Rechte - und so wurden Vegetarier verfolgt und oftmals hingerichtet.»Ab dem 11. Jahrhundert ließ die päpstliche Inquisition Menschen foltern und aufhängen, die sich weigerten, Tiere umzubringen«, ist in dem Buch weiter zu lesen. Viele Vegetarier landeten durch die Inquisition auf dem Scheiterhaufen. Historisch belegt ist beispielsweise die Hinrichtung von Séréna und Agnès de Châteauxverdun, beide gläubige Katharerinnen: Man hatte sie des »Irrglaubens« überführt, weil sie sich weigerten, ein herbeigebrachtes Huhn umzubringen. »Die Kirche entwickelte eine panische Angst vor Menschen, die nach dem ursprünglichen Christentum lebten, da sie es seit Konstantin für ausgerottet geglaubt hatten«, so Peter Sasse.Was sagt die Kirche heute zu den Tieren?Was sagt die Kirche heute zum Thema Tierseele und Achtung vor den Geschöpfen Gottes? Sasse zitiert dazu aus dem Katechismus der Katholischen Kirche:»(2417) Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.(2418) Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«Im 2010 erschienenen Evangelischen Erwachsenenkatechismus spielen die Tiere keine Rolle: »Wir finden weder ein Wort über Massentierhaltung und grausame Tierversuche noch über qualvolle Tiertransporte, Schlachtmethoden oder Eingriff in die Schöpfung durch Genveränderung«, schreibt Peter Sasse. Dann zitiert er aus einem Artikel, der in Freiheit für Tiere 4/2010 erschien: »Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« - und zieht daraus die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.«»Das große Leiden der Tiere ist zum Teil der Tatsache geschuldet, dass die Kirche ihnen eine Seele abspricht und damit eine große Mitschuld für das Quälen von Wehrlosen trägt«, schlussfolgert Peter Sasse. Der Katechismus stelle sogar in Abs. 2417 für alle am Töten und an Tierversuchen Beteiligten einen Freibrief zum willkürlichen Umgang mit der lebenden Kreatur aus.»Da ich auf Grund persönlicher Erfahrungen mit ‘Würdenträgern’ aus ethischen und moralischen Gründen dieser Kirche nicht mehr angehöre, muss ich mich an solche Regeln nicht halten und kann aus Liebe zu den Tieren dagegen verstoßen«, bekennt der Autor.Descartes: Tiere als »Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele«Auch der Philosoph und Jesuitenschüler René Descartes (1596-1650) prägte die Einstellung des Menschen gegenüber den Tieren jahrhundertelang - mit Folgen bis heute. Descartes sah Tiere lediglich als »Maschinen aus Fleisch und Blut«, als »Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele«. Descartes Unterscheidung zwischen Mensch und Tier war konform mit der kirchlichen Lehre, wonach der Mensch als Krone der Schöpfung zu betrachten ist.Wenn schon Kirchenlehrer die Tiere zur Sache degradieren und der Jesuitenschüler Descartes von gefühllosen Maschinen spreche, falle es nicht schwer, das eigene Gewissen mit christlicher Gewissheit gegen das Leid der Tiere zu immunisieren, folgert Peter Sasse.Die Gläubigen und ihr Verhältnis zu TierenZu Weihnachten begegnet uns überall der Stall zu Bethlehem mit Ochs und Esel und den niedlichen Schafen. Auf der anderen Seite landen Rinderschmorbraten, Entenbrust und Gänse auf den Tellern - Weihnachten ist zum Schlachtfest verkommen.»Ostern, beim Fest der Auferstehung, erleben wir die gleiche Prozedur mit den zu Weihnachten noch so liebevoll betrachteten Lämmern«, schreibt Peter Sasse. » Jetzt erfreuen wir uns an ihnen nicht mehr vor der Krippe, sondern auf den Tellern!«Der Autor weist daraufhin, dass es noch mehr kirchliche Feste zum Leidwesen der Tiere gibt: »So werden zum Beispiel auf Hubertusmessen im Herbst in ganz Deutschland Jäger, Jagd und die Strecke der erschossenen Tiere von Priestern gesegnet. All diese Festlichkeiten zur höchsten Ehre Gottes können wohl kaum als christlich im Sinne der Lehre des Jesus von Nazareth bezeichnet werden. Übrigens hat der heilige Hubertus eines Tages bei einer Jagd in den Tieren Christus erkannt und der Jagd von da an entsagt.«Tierquälerei als religiöses Kulturerbe»Da die Kirche in ihrer tierfeindlichen Haltung seit ihrem Bestehen die Tiere zu einer gefühlslosen Sache erklärt hat, müssen jedes Jahr Millionen Tiere in katholisch-orthodoxen Ländern ihr Leben auf besonders grausame Art lassen.« Mit diesen Worten lenkt Peter Sasse das Augenmerk auf das Leid der Tiere in Süd- und Osteuropa, also den überwiegend katholisch oder christlich-orthodox geprägten Ländern: Stierkämpfe und andere grausame blutige Rituale, wo Stieren Lanzen quer durch den Körper gerammt, sie durch Straßen gehetzt und auf sie eingestochen wird. In Pamplona findet die Stierfolter sogar zu Ehren eines Heiligen, des Schutzpatrons St. Firmin, statt. Und in Tordesillas stechen Dutzende von Lanzenträgern bei einem religiösen Fest zu Ehren der »Virgen de la Peña«, der jungfräulichen Schutzpatronin der Stadt, auf einen Stier ein. In Alicante werden bei einem Schießturnier zu Ehren des Gnadenbildes der Jungfrau Maria lebende Wachteln mit speziellen Abschussvorrichtungen durch Rohre katapultartig hochgeschossen und von Sportschützen abgeschossen. »In Spanien kann fast alles auf katholische Tradition zurückgeführt werden«, so Peter Sasse.Auch in Italien gibt es religiöse Tierquälereien übelster Art. In San Martino wird in Gedenken an den Heiligen Leo ein Ochsen­gespann von wilden Reitern hetzt und dabei mit Holzstangen auf die Tiere eingestochen. Ähnliches passiert in Portocanone zu Ehren einer Madonnenfigur und in Ururi im Namen des Heiligen Kreuzes.In vielen Süd- und Osteuropäischen Ländern wird mit brutaler Gewalt gegen Straßenhunde vorgegangen. Die Tiere werden erschlagen, erschossen oder kommen in Tötungsstationen. Besonders grausam ist das Vorgehen gegen freilaufende Hunde in Rumänien: Hier sollen innerhalb von sieben Jahren etwa 10 Millionen Straßenhunde auf brutale Weise getötet worden sein. Und die Kirchen schweigen dazu.»In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz«Maja Prinzessin von Hohenzollern, die sich für Straßenhunde einsetzt, schrieb 2011 als Botschafterin des ETN (Europäischer Tier- und Naturschutzbund) einen Brief an den damaligen Papst Benedikt und die Bistümer in Deutschland. Doch weder der Papst noch die vom ETN angeschriebenen sechzehn Bistümer in Deutschland erklärten sich zur Zusammenarbeit im Tierschutz bereit und äußerten sich auch nicht zum Wohle der Tiere. Stattdessen erhielt der ETN die Antwort aus dem Vatikan: »In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz.«Peter Sasse gibt in seinem Buch einen Offenen Brief der Prinzessin von Hohenzollern wieder. Hierin heißt es: »Immer wieder suchen wir nach Ursachen, warum Menschen Tiere so grausam behandeln. Und tatsächlich findet man in der katholischen Kirche eine Ursache für den schlimmen Umgang mit Tieren in Süd- und Osteuropa. Die katholische Kirche spricht Tieren nämlich eine Seele und Anspruch auf Fürsorge ab. Sie degradiert sie damit zu einer gefühllosen Sache, und genauso werden die Tiere dann oft auch behandelt. Deshalb fordern wir ‘unseren’ deutschen Papst, der eigentlich eine andere Herzensbildung in Bezug auf Tiere haben sollte, immer wieder dazu auf, endlich anzuerkennen, dass Tiere Teil der Schöpfung sind und selbstverständlich eine Seele haben. Würde er dies in nur einem Satz in seiner ‘Urbi & Orbi’-Rede sagen und seinen Priestern als Botschaft mit auf den Weg geben, dann könnte er Millionen Tieren das Leben retten. Wenn er wollte.« Zum Schluss schreibt die Prinzessin: »Wenn ich in die Augen meiner Hunde schaue, die ich alle zehn aus den Fängen brutaler Tierquäler gerettet habe, dann weiß ich ganz bestimmt, dass sie eine Seele haben.«Peter Sasse kommt in seinem Buch zu dem Schluss: »Wenn das Ergebnis der Bemühungen der Maja von Hohenzollern lediglich in der lebensverachtenden Aussage ‘In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz’ besteht, dann kann diese Kirche keinen Platz mehr bei all den Menschen haben, die sich für Gottes Schöpfung einsetzen und stark machen.«Warum gehen wir so grausam mit unseren Mitgeschöpfen um?In »Tiere sind die besseren Menschen« beschreibt der Autor auch die Seelenverwandtschaft zwischen Mensch und Tier am Beispiel seiner Hunde. Er stellt Berichte über Sensibilität und Einfühlungsvermögen, Intelligenz und Sprachverständnis sowie soziale Kompetenz von Tieren vor.Doch wie gehen wir Menschen mit unseren Seelenverwandten um? In der industriellen Massentierhaltung hat man die Tiere längst zu Produktionsmaschinen degradiert - ganz im Sinne von Descartes. »Jedes Jahr werden 60.000.000.000 (in Worten: Sechzigmilliarden) Landtiere zu unserem ‘Nutzen’ umgebracht. Die meisten davon haben nie Tageslicht oder eine Wiese gesehen« Die massenhafte Fleischproduktion ist außerdem mitverantwortlich für den Hunger in der Welt, die Schädigung der menschlichen Gesundheit, die Zerstörung von Lebens­räumen, die Vergiftung der Böden und Gewässer sowie der Atmosphäre mit allen Folgen für das Klima. Peter Sasse geht außerdem ausführlich auf die grausamen Tierversuche ein, die ebenso wie die Fleischproduktion vom Katechismus der katholischen Kirche als »sittlich zulässig« gerechtfertigt werden. Und so könne man die Ursache all der Grausamkeiten gegenüber unseren Mitgeschöpfen nur darin sehen, dass die Kirchen den Menschen so hoch über die Schöpfung stellen und die Tiere seit 1500 Jahren zu einer seelenlosen Sache degradieren.«

  • Elke Seifried
    2020-03-07 16:32

    er ja durchaus provokante Titel „Tiere sind die besseren Menschen“ kombiniert mit dem Cover, das ein richtiger Eyecatcher ist, haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Ich liebe Tiere, ohne meinen Hund könnte ich mir ein Leben nicht mehr vorstellen. Beim mir landet kein Billigfleisch auf dem Teller und ich bin erschüttert, wenn ich viel zu oft in der Tageszeitung grausame Berichte von misshandelten Tieren lesen muss. Auch ich frage mich oft, was geht in den Menschen vor, die so etwas übers Herz bringen? Deshalb war ich sehr neugierig, wie der Gesellschaftsphilosoph Peter Sasse ganzheitlich dieser Frage nachgeht.Der Autor widmet sich auf 222 Seiten in 15 verschiedenen Kapiteln einer möglichen Antwort. Nach einem Vorwort, in dem der Autor von einem schrecklichen Kindheitserlebnis berichtet, das für ihn Anlass war, dieses Buch zu schreiben, beschäftigen sich die ersten vier Kapitel viel mit der Seele von Tieren und hier vor allem mit der Meinung der Kirche dazu. Ich war geschockt, welch grausame Aussagen sich im Katechismus, den Peter Sasse im gesamten Buch oft zitiert, zu finden sind. Ich bin schockiert darüber, dass die Kirche Tieren auch heute noch eine Seele abspricht. Ich teile mit Sicherheit die berechtigten Zweifel daran, dass „Christen eine von Gott eingehauchte Seele haben sollen, Tiere aber nicht“. „Glaube beruht auf Annahme, Wissen auf beweisbaren Inhalten“, auch hier kann ich dem Autor zustimmen, und ich komme mit Sicherheit zu demselben Ergebnis, dass die „Bibel Ergebnis menschlicher Phantasie und nicht Wort Gottes“, sein muss, was der Autor mit zahlreichen Zitaten mehr als glaubwürdig beweist.Sehr gut hat mir das fünfte Kapitel gefallen, das sich Studien zur Seelenverwandtschaft von Menschen und Tieren widmet. Hier kommen Sensibilität, Einfühlungsvermögen oder auch überlegene Fähigkeiten zur Sprache. Ich habe mich als Tierhalter oft wiedergefunden. Sagt mir ein Blick in die Augen meines Hundes doch auch so oft, dass er mich versteht.Mit dem fünften Kapitel, in dem der sich mit dem schrecklich seelenlosen Umgang mit Tieren beschäftigt und dem sechsten Kapitel, das sich der Tierquälerei als religiösem Kulturerbe widmet, hat mir der Autor viel Stoff zum knabbern und schwer schlucken geliefert. Hier wimmelt es nur so von unvorstellbarem Leid, das Tieren in den verschiedensten europäischen Ländern angetan wird. Auf eingerücktem Text, für zarte Gemüter auf den ersten Blick zu erkennen, stellt der Autor die Misshandlungen und die grausamen Schmerzen der Tiere dar. Ich habe diese Zeilen nicht übersprungen, da ich der Meinung bin, dass die Augen zu verschließen, der gänzlich falsche Weg ist, auch wenn die Wahrheit noch so brutal ist. Wie kann es sein, dass in Spanien Stierhatz in Pamplona zur Volksbelustigung dient oder gar „Toro de la Vega“ ein historisches, katholisches Ritual ist, das unter Polizeischutz steht? In Frankreich wird die Gänsestopfleber zum nationalen Kulturerbe erklärt, obwohl dafür 30 Millionen weibliche Küken im Schredder landen und die männlichen Enten unter grausamen Bedingungen ihr Dasein fristen. Lebende Hunde und Katzen werden als Haiköder benutzt. Warum wird dem kein Ende bereitet?Ich dachte bisher, dass ich auf meine Ernährung achte. Bei mir gibt es kein Billigfleisch, auch wenn ich auf ein gutes Stück Fleisch aus artgerechter Haltung, das ich direkt hier beim Erzeuger aus der Region kaufe, nicht verzichten will. Die Augen hat mir der Autor hier vor allem im siebten Kapitel, das sich der Tierzucht als Massenquälerei widmet im Bezug auf Milchprodukten geöffnet. Büffelmozzarella bedeutet, dass männliche Kälbchen qualvoll verhungern müssen, weil das Fleisch des ganz eigenen Geschmackes wegen nicht zu verkaufen ist, von der Qualzucht zu Hochleistungskühen für größere Milchleistung einmal ganz abgesehen. Hier werde ich in Zukunft sicher noch bewusster einkaufen.„Tierversuche ohne Gnade“, die vom Katechismus der katholischen Kirche als „sittlich zulässig“ gerechtfertigt werden, „Können Tiere weinen?“, „Ungewöhnliche Tierfreundschaften“ und „Positive Meldungen“, die von geretteten Tieren berichten, sind Kapitel, die sich mit zahlreichen schockierenden, aber auch rührenden farbigen Bildern anschließen und den Leser in ein Wechselbad der Gefühle versetzen.„Biblische Schöpfung oder Evolution“ und „Die Kirche und die Seelenlosen“ sind zwei Kapitel, in denen der Autor meiner Meinung nach vor allem noch einmal die Kirche an den Pranger stellt, bevor er mit „Schlussgedanken ohne Schranken“ und Weisheiten, sowie Sprüchen seine Abhandlung endet.„Ob Gott dies auch so gesehen hat?“, „Ich glaube, seine Stellvertreter haben den Tieren die Seele abgesprochen, um sie damit zu entrechten und nach Gutdünken behandeln zu können. Ein Lebewesen ohne Rechte darf gequält und umgebracht werden, ohne dafür Schuld empfinden zu müssen.“, sind Aussagen des Autors die sich sehr oft hier finden.Sicher hat Gott dies nicht so gesehen. Dass sich weder der Papst noch die vom ETN angeschriebenen sechzehn Bistümer in Deutschland zur Zusammenarbeit im Tierschutz bereit erklären, sondern die Antwort aus dem Vatikan: „In der katholischen Kirche haben Tiere keinen Platz“, lautet ist mehr als schockierend für mich. Aber nach Meinung des Autors könne man die Ursache all der Grausamkeiten gegenüber unseren Mitgeschöpfen nur darin sehen, dass die Kirchen den Menschen so hoch über die Schöpfung stellen und die Tiere seit 1500 Jahren zu einer seelenlosen Sache degradieren. Ich denke hier macht es sich der Autor etwas zu leicht. Auch wenn ich seine Einstellung teile, dass die Kirche im Bezug auf Tiere völlig falsch liegt, denke ich, dass dies in unserer heutigen Zeit nicht die alleinige Ursache sein kann. Industrielle Massentierhaltung, die Tiere aus Profitgier längst zu Produktionsmaschinen degradiert, von denen die meisten davon nie Tageslicht oder eine Wiese sehen, ist meiner Meinung nach nicht nur durch die Falschaussagen der Kirche zu begründen. Geiz ist Geil Mentalität bei den Verbrauchern, Globalisierung und Gewinnmaximierung, was in unserer heutigen Welt an der Tagesordnung steht, sind sicher ebenso verantwortlich. Außerdem bleibt für mich die Frage, wie sehen denn andere Religionen den Tierschutz, denn Tiere werden ja nicht nur in christlichen Ländern misshandelt?So interessant und erschütternd ich die zahlreichen Belege für die Grausamkeit der christlichen Religionen im Bezug auf Tierschutz fand, hat mir das insgesamt hier zu viel Gewicht eingenommen. Hätte ich in der Mitte des Buches eine Bewertung schreiben müssen, wären es sicher noch 5 Sterne geworden, aber mit zunehmender Seitenzahl habe ich das Buch fast mehr als Abrechnung mit der Kirche empfunden, was mir das Lesen getrübt hat und ich deshalb eigentlich nur noch zu sehr guten drei Sternen tendiere. Da ich aber denke, dass das Buch möglichst vielen Menschen die Augen zu öffnen vermag und damit Tiere weniger Leid erfahren werden, werde ich auf vier Sterne aufrunden.

  • Amazon Kunde
    2020-03-11 00:21

    Diese komplexe Herangehensweise an das Thema habe ich noch nicht erlebt. Ich habe das Buch "in einem durchgelesen". Die Grundaussagen sind erstaunlich. Spannend wie ein Krimi! Ich hoffe, Herr Sasse schreibt weiter.