Read Diplomatenjagd: Joschka Fischer, seine Unabhängige Kommission und Das AMT by Daniel Koerfer Online

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Der Historiker Daniel Koerfer geh rt zu den vehementesten Kritikern der einseitigen und verk rzenden Darstellung des Buches Das Amt und die Vergangenheit Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik In seinem Buch Diplomatenjagd untersucht er, wie ein verengter und tendenzi ser Blick einen ganzen Berufsstand hat in Misskredit bringen k nnen Das Werk ist auch ein Lehrst ck ber gr ne Geschichtspolitik.Der Autor legt mit Diplomatenjagd ein berf lliges Korrektiv zur einseitigen Darstellung der Geschichte des Ausw rtigen Amts und seiner Diplomaten vor Ein ehemaliger Au enminister hatte schon 2010 geurteilt Das Amt, wie es in dem Band aufscheint, ist nicht das Amt, dem ich die Ehre hatte, vorzustehen....

Title : Diplomatenjagd: Joschka Fischer, seine Unabhängige Kommission und Das AMT
Author :
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ISBN : 3943713156
ISBN13 : 978-3943713152
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Strauss, J rgen Auflage 1 11 November 2013
Number of Pages : 277 Pages
File Size : 669 KB
Status : Available For Download
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Diplomatenjagd: Joschka Fischer, seine Unabhängige Kommission und Das AMT Reviews

  • dk
    2020-03-20 09:37

    In seinem neuen Buch "Diplomatenjagd" beschäftigt sich der FU-Prof. Koerfer mit der von dem ehemaligen Außenminister Joschka Fischer in Auftrag gegebenen Arbeit über das Auswärtige Amt in der Zeit des Nationalsozialismus und der früh-bis-späten Bundesrepublik. Das von Fischers Historikerkommission unter dem Titel "Das Amt" verfasste Werk unterzieht er einer scharfen Analyse und untersucht die demselben zu Grunde liegenden Fakten unter Einbeziehung weiterer Quellen mit wissenschaftlicher Akribie wie ein Kriminalist. Zunächst mal: Joschka Fischer hat gewusst, was er tat, als er die Kommission zusammenrief. Das war ein vergiftetes Abschiedsgeschenk, denn die Diplomaten sind ihm wg. Visa-Stress und Nachruf-Streit auf der Nase herumgetanzt. Wirklich gut die Karikaturen in dem Zusammenhang, vor allem Greser & Lenz "Ich habe die Bombe". Und dann hat die Kommission ziemlich viel weggelassen, was irgendwie nicht mit dem gewünschten Bild von der "Verbrecherhöhle" an der Wilhelmstrasse zusammenpasste. Da hat er schon ganz interessante Sachen ausgegraben wie den "Fall Nüßlein" oder die ziemlich irreführend interpretierte Reisekostenabrechnung von dem Judenreferenten Rademacher 1941. Liest sich gut, facettenreich und tatsächlich über weite Strecken spannend. Resultat insgesamt: Es war nicht alles, aber doch vieles anders!

  • Genießer
    2020-03-23 16:00

    Mir ist schon bei der Lektüre des Berichts der Unabhängigen Kommission aufgefallen, dass er recht verallgemeinernd, einseitig und lückenhaft ist. Nur konnte ich dies mangels Fachwissens und eigener Recherche nicht nachweisen. Umso glücklicher bin ich, dass nun auch Daniel Koerfer den Finger in eine Reihe von Wunden legt, die den Bericht entwerten. Er bingt dem allgemeinen Leserpublikum nahe, was in Fachkreisen schon seit einiger Zeit diskutiert wird. Dafür müssen wir ihm dankbar sein

  • Franz Meier
    2020-03-17 11:57

    Das Buch liest sich über weite Strecken wie ein Krimi. Der Berliner Geschichts-Professor (Freie Universität) Daniel Koerfer (bekannt geworden Ende der Achtziger Jahre mit seiner Studie „Kampf ums Kanzleramt. Erhard und Adenauer“) erzählt die Geschichte, wie der damalige Außenminister Joschka Fischer eine Historiker-Kommission einsetzte, die die Geschichte des Auswärtigen Amtes in der Nazizeit erforschen sollte .Diese Kommission hat, so zeigt Koerfer eindrucksvoll an vielen Beispielen, schlampig gearbeitet, Quellen falsch interpretiert und auch für die Zeit nach 1945 die falsche These aufgestellt, nämlich behauptet, dass die alten braunen Seilschaften für massive Personelle Kontinuität gesorgt haben, statt die richtige Frage zu stellen, warum den aus den ehemaligen Pgs, den Mitläufern und ja, auch den Schreibtischtätern nach 1945/49/52 dann loyale Beamte der neuen Bundesrepublik wurden und halfen, diese zu einer stabilen Demokratie – fest verankert im westlichen Bündnis zu machen. Thomas Schmid hat dazu in einer sehr ausführlichen Besprechung des Buches in der WELT das Notwendige gesagt (den link kann ich hier leider wegen amazons Rezensionsrichtlinien nicht angeben - man kann ihn aber leicht googeln).Wer Koerfer gelesen hat, der fragt sich, wie der damalige (und inzwischen bald ehemalige) Außenminister Westerwelle, als ihm der Kommissionsbericht Ende 2010 überreicht wurde, verfügen konnte, derselbe solle künftig zum Pflichtprogramm der Ausbildung von Nachwuchsdiplomaten gehören. Sollte das tatsächlich noch immer der Fall sein, so muss Koerfers Studie künftig komplementär dazugehören. Schon um die künftigen Diplomaten zum selbständigen Denken zu erziehen.Ja, im Auswärtigen Amt gab es Nazis. Es gab viele Mitläufer (nicht wirklich überraschend, ist doch Opportunismus eines der hervorstechendsten Charaktermerkmale vieler Diplomaten)– und eine Handvoll Täter. Aber: das Auswärtige Amt war – anders als Fischers Kommission es behauptet – eben nicht eine – oder gar DIE Schaltzentrale der Planung und Durchführung des Völkermordes an den europäischen Juden.Daniel Koerfers Buch zeigt, wie eine wirklich solide gearbeitet – und hervorragend lesbare - Studie über das Auswärtige Amt in der Nazizeit und nach 1945 hätte aussehen müssen. Seine historischen Fallstudien über Ernst von Weizsäcker ,aber auch über die deutsch-sowjetische Beutepartnerschaft zwischen 1939 und 1941 sind kleine Meisterwerke. Nicht nur für Geschichtsstudenten eines der eindrucksvollsten Details bildet Koerfers kritische Auseinandersetzung mit einem – angeblichen Schlüsseldokument, das den meisten deutschen Medien 2010 als schlagender „Beweis“ dafür diente, wie tief das AA in den Völkermord verstrickt war. „Liquidation von Juden“ stand da als Reisezweck auf der Reisekostenabrechnung von Franz Rademacher. – Ein schlagender Beweis, dass es „alle gewusst haben“? – Wohl kaum, wie Koerfer in seinem Kapitel über „Deutsche Funktionseliten im Allgemeinen und Franz Rademachers Reise nach Belgrad 1941 im besonderen“ (S.379-418) eindrucksvoll zeigt – inklusive der Abbildung von Dienstreiseantrag (S. 401) und Reisekostenabrechnung (S. 402/403). – Noch mehr wird hier nicht verraten. Das muss man selbst lesen.