Read Chinas unbeachtete Republik: 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte. Band 1: 1911-1949 by Thomas Weyrauch Online

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Die Republik China entstand 1911 und l ste eine uralte Kaiserherrschaft ab Nach der Revolution von 1949, welche auf dem chinesischen Festland die kommunistische Volksrepublik begr ndete, blieb die Republik nur noch auf der Insel Taiwan erhalten, die nach japanischer Kolonialherrschaft 1945 an die Republik China abgetreten worden war Die beiden B nde behandeln die Zeitr ume 1911 1949 und 1950 2011....

Title : Chinas unbeachtete Republik: 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte. Band 1: 1911-1949
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ISBN : 3938946148
ISBN13 : 978-3938946145
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Longtai Verlag Gie en 1 Dezember 2009
Number of Pages : 351 Seiten
File Size : 899 KB
Status : Available For Download
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Chinas unbeachtete Republik: 100 Jahre im Schatten der Weltgeschichte. Band 1: 1911-1949 Reviews

  • Grottenolm
    2020-02-10 00:22

    Ich habe dieses Buch und Teil 2 gekauft, um besser zu verstehen, wie es zu der heutigen politischen und gesellschaftlichen Situation in Taiwan kam. Mich hat vor Allem interessiert, wie es dazu kam, dass eine Militärdiktatur halbwegs freiwillig eine Demokratisierung herbeiführt, quasi die sichere Macht einfach so abgibt. Diese Frage wurde mir auch beantwortet: weil es so von Anfang an von San Yat Sen und den Kuomintang so als Übergang von der Anleitungsphase zur Demokratie geplant war. Wobei ich mir nur noch nicht 100%ig sicher bin, ob die Antwort des Autors wirklich der einzige Grund dafür war.Insgesamt ist vor Allem das erste Buch natürlich weniger über Taiwan als über Festlandchina, denn in den Jahren 1911 bis 1949 gehörte Taiwan ja noch zu Japan. Erst ab 1945 hatte die Republik China dort zum ersten mal seit 50 Jahren wieder Einfluss, was dann gegen Ende des ersten Teils thematisiert wird.Zuerst zu den positiven Punkten:+ Das Thema an sich ist spannend wie ein Krimi. Dadurch, dass mal nicht die Kommunistische Propaganda die jüngere Geschichte Chinas und Taiwans beschreibt, kommen etliche interessante Details heraus, die selbst im westlichen Geschichtsunterricht nicht in der Deutlichkeit klar werden.+ Mir hat die Themenauswahl, der Detailgrad und die Kommentierung in Fußnoten sehr gut gefallen. Es macht regelrecht Spaß dieses Buch zu lesen, obwohl es hier ja "nur" um ein trockenes Geschichtsbuch geht, was ich sonst nicht zu meiner Lieblingsliteratur zähle. Selbst bei den sehr verworrenen Verhältnissen, die beschrieben werden, verliert man die Übersicht nie zu sehr und kann sich durch die Kombination von grobem Überblick und Details in Form von Zitaten, Anekdoten, Bildern usw. gut in die damalige Zeit hineinversetzen.+ Größtenteils erscheinen die Darstellungen realistisch, es werden selbst bei offensichtlicher Bewunderung des Autors für die Kuomintang ausreichend deren Probleme, Fehler und Fehlverhalten dargestellt und kritisiert. Die Darstellung ist also aus meiner Sicht grade noch ausreichend neutral, um nicht als reine Pro-Kuomintang-Propaganda abgetan werden zu können.Leider gibt es auch einige Kritikpunkte:- Sehr unprofessionelle Gestaltung: Fotos sind oft sehr grob gerastert und erschreckend schlecht bearbeitet, die Qualität ist einfach auf den ersten Blick mies.- Die klar berechtigte Kritik an den Kommunisten und deren sinnloser Brutalität, vor Allem unter Mao, ist leider teilweise so stark formuliert, dass es den Anruch von Propaganda hat. Es wirkt einfach durch die Formulierung teils so übertrieben, dass selbst wenn alles stimmt es wie übertrieben wirkt. Das nimmt der Kritik und der schonungslosen Darstellung etwas an Überzeugungskraft. Da wird es für Kommunisten wie auch "normale" Festländer unnötig einfach zu sagen "so kann es doch gar nicht gewesen sein, das ist bestimmt bloß Propaganda".- Umgekehrt werden einige Protagonisten der Kuomintang teilweise so positiv dargestellt, speziell in ihren Intentionen, dass es schon fast unrealistisch erscheint. Auch hier kann ich selber nicht beurteilen, ob die Wirklichkeit vielleicht schlicht so war, und zum Beispiel Chiang Kai-Shek ein totaler Idealist war, dem nur das Wohl der Menschheit am Herzen lag - es ist einfach das ungute Gefühl da, dass hier vielleicht der Autor zu positiv eingestellt ist und eine neutrale Betrachtung anders aussehen würde.

  • Klemens Ludwig
    2020-02-06 01:06

    Fundierte Informationen über die Geschichte Chinas sind ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der aufstrebenden Großmacht. Nicht nur in China selbst, auch in großen Teilen der unabhängigen internationalen Publizistik liegt die Deutungshoheit über die chinesische Geschichte seit dem Ende des Kaiserreichs bei der Kommunistischen Partei. Die kritische Mao-Biografie der ehemaligen Rotgardistin Jung Chang und ihrem Mann Jon Halliday brach mit der Tradition und zeichnete ein völlig anderes Bild von dem noch immer verehrten 'Großen Steuermann', der laut Jung Chang in Wirklichkeit der größte Massenmörder der Menschheitsgeschichte war.Zu dieser Art der Aufklärung zählt ein auf zwei Bände angelegtes Werk von Thomas Weyrauch 'Chinas unbeachtete Republik'. Der erste Band beginnt mit dem Ende der Kaiserzeit durch die bürgerliche Revolution von 1911. Ihren Protagonisten, der Guomindang unter Sun Yatsen, war es jedoch nicht vergönnt, das Land über einen nennenswerten Zeitraum friedlich zu führen, denn schon bald erhob sich die 1921 gegründete Kommunistische Partei (KP), und es kam zu einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg. Die japanische Besetzung in den 1930er Jahren verschärfte die Lage noch, bis schließlich die Kommunisten 1949 als Sieger aus den Auseinandersetzungen hervorgingen und auch Tibets Tragödie einleiteten.Diese im Detail wenig bekannten Hintergründe werden von Thomas Weyrauch übersichtlich und sehr fundiert dargestellt. So wird den Lesern der Aufstieg der KP deutlich, der vor allem auf der Brutalität und Rücksichtslosigkeit Maos beruhte. Wenn es seiner Machtentfaltung diente, war er nicht nur gegenüber 'Klassenfeinden' skrupellos, sondern auch gegenüber seinen eigenen Genossen.Der Autor behandelt auch die Auswirkungen der innerchinesischen Kämpfe auf die Gebiete der nicht-chinesischen Völker wie der Tibeter und Uighuren. Selbst wenn es müßig ist sich zu fragen, wie sich das Dach der Welt bei einer Guomindang-Herrschaft entwickelt hätte, ist es dennoch wichtig zu wissen, dass die Ablehnung der KP-Herrschaft unter weltoffenen Tibetern sehr ausgeprägt war. Weyrauch zitiert den Panchen Lama: 'Wo immer die kommunistischen Banditen hingehen, besteht ihr erstes Handeln darin, die Tempel und Klöster niederzubrennen, die buddhistischen Statuen zu zerschlagen, die Lamas zu töten und die Stimme der Gläubigen zum Schweigen zu bringen. Es ist deshalb kein Wunder, dass sie jeder hasst. Sie sind für uns Buddhisten eine große Bedrohung. Glaubt nicht ihrer süßen Propaganda! Sie werden eure Häuser anzünden und eure Familien zerstören. Ich sage euch das, um euch und die Welt zu retten' - eine im Nachhinein tragisch-prophetische Warnung, die von der Zentralregierung in Lhasa, mit der sich der Panchen Lama überworfen hatte, allerdings ignoriert wurde.Zahlreiche zeitgenössische Fotos bereichern den Band und versetzen die Leser auch optisch in die Zeit des alten China zurück.Bei manchen Quellen hätte man sich genauere Angaben gewünscht, doch davon abgesehen ist das Buch eine äußerst empfehlenswerte Lektüre für alle, die verstehen wollen, wieso es nach 1949 in China zu einer der größten humanitären Katastrophen der Menschheitsgeschichte gekommen ist.