Read Aufstand der Kulturen: Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert (Edition JF) by Alain de Benoist Online

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Neben dem aktuellen Manifest der Nouvelle Droite enth lt dieses Buch Benoists programmatische politische Ideen Statt der Einen Welt unter westlich amerikanischer Vormacht pl diert Benoist f r eine multipolare Welt mit starken nationalen und kulturellen Identit ten...

Title : Aufstand der Kulturen: Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert (Edition JF)
Author :
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ISBN : 3929886049
ISBN13 : 978-3929886047
Format Type : Audio Book
Language : Deutsch
Publisher : Junge Freiheit Auflage 3., erweiterte 1 November 2011
Number of Pages : 309 Seiten
File Size : 873 KB
Status : Available For Download
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Aufstand der Kulturen: Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert (Edition JF) Reviews

  • Michael Dienstbier
    2020-03-16 08:37

    Er gilt als Gründer der Nouvelle Droite – der Neuen Rechten – und vertritt in manchen Punkten doch genuin linke Positionen. Rechte Vordenker wie Götz Kubitschek und Teile der AfD berufen sich regelmäßig auf ihn, doch wenn Alain de Benoist über Wirtschaft oder Globalisierung redet, klingt er eher wie Sarah Wagenknecht, Christoph Butterwegge oder ein Vertreter des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Das Denken und Schreiben des Publizisten ist heute – so viel wird bei der Lektüre des Sammelbandes „Aufstand der Kulturen: Europäisches Manifest für das 21. Jahrhundert“ - aktueller denn je. Als programmatische Einleitung fungiert dabei Benoist wohl bekanntester Essay "Manifest: Die Nouvelle Droite des Jahres 2000".Im Kern seines Denkens steht die Kritik an den Auswirkungen der Globalisierung: „Wie wirkt sich die Globalisierung aus? Hauptsächlich macht sie sich bemerkbar in der Ausweitung dessen, was ich als Ideologie des Selben bezeichnen möchte: die Vereinheitlichung der Erde, die Homogenisierung von Verhaltensformen, das Verschwinden unterschiedlicher Lebensstile, die Allgemeingültigkeit eines uniformen Begriffs des 'Wachstums'" (62). Hier wird deutlich, was Benoist von einer rein linken Globalisierungskritik unterscheidet: Nicht primär in den ökonomischen Entwicklungen sieht er die schädlichsten Auswirkungen dieses globalen Angleichungsprozesses, sondern in der Nivellierung der kulturellen Unterschiede. Für Benoist stellt die Welt ein "Pluriversum" dar, "eine multipolare Ordnung, in der sich große Kulturgebilde in einer weltweit geteilten Zeitlichkeit, d.h. in 'Echtzeit' [...], gegenüberstehen" (38). Kulturen, gewachsene Einheiten, seien von den Ideologen der Globalisierung als Hindernis ihres globalen Herrschaftsanspruches ausgemacht worden, da eine multipolare Welt einer auf Vereinheitlichung ausgerichteten Ordnung nicht entsprechen könne. Viele aktuelle Entwicklungen ständen im Dienst dieses Angleichungsprozesses, vor allem der "egalitäre Antirassismus" (118), den Benoist als ideologische Waffe bewertet, "indem er den Anderen auf den Gleichen reduziert" (ebd.). Bitter beklagt der Autor eine zunehmende Moralisierung des Diskurses, welcher eine Beharrung auf kulturelle Traditionen und die Bewahrung ethnischer Homogenität als veraltet und unvereinbar mit einer globalisierten Welt diffamiere. Das eigene ideologische Projekt werde als das Ergebnis eines natürlichen Prozesses dargestellt und zudem noch moralisch überhöht – eine Strategie, die im Rahmen der sogenannten Flüchtlingskrise so wirkungsvoll zum Einsatz gekommen ist, dass sogar die Kanzlerin allen Ernstes behauptet hat, Grenzen seien ein Relikt der Vergangenheit und könnten im Übrigen auch gar nicht mehr geschützt werden. So klingt das Ende des Pluriversums.Besonders erhellend sind Benoist Vorhersagen über die Entwicklungen im politischen Handlungsapparat. Politische Entscheidungen, so der Autor in einem 2000 veröffentlichten Aufsatz, würden in Zukunft immer mehr in die Hände von Experten gelegt, da es in der Einen Welt gar nicht mehr um verschiedene politische Konzepte gehen würde, sondern nur noch um Verwaltungsfragen einer als alternativlos empfundenen Politik: "Die Politiker verschanzen sich hinter der Meinung von Experten, die ihrerseits keine Gelegenheit auslassen, die Komplexität ihrer Aufgabenfelder zu betonen, so daß im Ernstfall niemand die Verantwortung oder gar die Schuld trägt [...]. Die Konsequenz ist eine immer mehr rationalisierte und bürokratisierte Regierungsform, die selbst die Politiker vergessen läßt, daß die Entscheidungsgewalt über öffentliche Fragen bei ihnen liegt" (281). In der Eurokrise waren die Abgeordneten des Bundestages einem extremen Druck ausgesetzt, die von Brüssel vorgegebenen Rettungsprogramme auch bloß passieren zu lassen, da sonst angeblich das Abendland schlagartig dem Untergang geweiht sei. Brav folgten sie den Anweisungen der Experten. Und selbiges wäre wohl auch in Bezug auf die sogenannte Flüchtlingskrise passiert, hätte man sie denn abstimmen lassen.Fazit: Frankreich gilt heute als der kranke Mann Europas, doch die lebhafte und vielfältige Diskussionskultur bei unserem westlichen Nachbarn ist vorbildlich. Linke und rechte Publizisten und Intellektuelle beteiligen sich regelmäßig und meinungsstark an öffentlichen Debatten. Die deutschen Intellektuellen hingegen wirken, wenn sie sich denn einmal an einer öffentlichen Debatte beteiligen, zahm und stets darauf bedacht, sich auch bloß innerhalb der Grenzen des verengten Meinungskorridors zu bewegen. Ein Armutszeugnis! Denker wie Benoist, Finkielkraut oder Zemmour sind nicht "umstritten", sondern Grundvoraussetzung für eine Debatte, die diesen Namen auch verdient.

  • None
    2020-03-31 08:56

    De Benoist, der Vordenker der französischen Nouvelle Droite, legt mit dieser Aufsatzsammlung erstmals nach dreizehn Jahren wieder ein Buch in deutscher Sprache vor. Sein "Manifest für das 21. Jahrhundert" enthält eine ernstzunehmede Antwort auf den amerikanischen Politologen Samuel P. Huntington. Benoist fürchtet nicht die Vielfalt der Kulturen, die nach Huntington unweigerlich in einen Kampf ausarten muß. Er hofft vielmehr auf einen "Aufstand" all jener Völker, die sich der amerikanisch-libertärer Pop-"Kultur" verweigern. Sein Konzept des "Ethnopluralismus" betont den kulturellen Reichtum der Erde, und spricht sich gegen die Vereinheitlichung und Vermassung aus. Ein leidenschaftliches Plädoyer gegen die "One World"-Ideologie!

  • None
    2020-03-17 14:49

    Theoretische Grundlagen zur Neuen Rechten in Frankreich. Eine Absage an linke Gleichheitsfetischisten und unverbesserliche rechte Stümper. Einziger Kritikpunkt ist der, dass Benoist theoretisch bleibt und seine Ausführungen nicht praxisbezogen erläutert. Trotzdem - empfehlenswert

  • Ein Kunde
    2020-03-12 15:58

    Ein gefährliches Buch: es ist grundlegend antiliberal; die Menschenrechte werden als vermeintliches Machwerk der USA dargestellt, die damit doch nur ihre interessengeleitete Eroberung der Welt legitimiert wollten; es ist antipluralistisch.Es ist ein Pamphlet gegen die freiheitliche Gesellschaft und ein Plädoyer für eine Art Kulturgenetik: in seiner persönlichen Lebensführung ist der Einzelne auf Gedeih und Verderb seiner Herkunftskultur ausgeliefert - und aus dieser Herkunftsbindung gäbe es kein entrinnen. Auf den Menschen wirft das sicherlich ein schlechtes Licht: er ist unfähig sich zu entwickeln, er ist nicht lernfähig, nicht bildsam - ganz im Gegenteil: er ist gefangen in einer Art 'Gehäuse kultureller Zugehörigkeit', das sich dem Einzelnen (und seinen Kulturgenossen) als Schicksalsmacht dargestellt.Ich habs mit Entsetzen gelesen. Hier wird eine Gesellschaftsutopie angedeutet - in meinen Augen eine wenig lebbare Gesellschaft.