Read Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek: Miami Blues by Charles Willeford Online

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KlappentextFrederick Frenger Junior kommt gerade aus dem Knast Doch viel Zeit, seine wiedergewonnene Freiheit in Ruhe zu genie en, bleibt ihm nicht Am Flughafen von Miami bricht er einem ihm l stigen Krishna Anh nger aus Bosheit einen Finger Da nimmt das absurde Unheil seinen Lauf Der Angegriffene stirbt v llig unvermutet an dem erlittenen Schock Doch da hat sich Frenger schon l ngst aus dem Staub gemacht Als er nur wenig sp ter mit der Bedienung Susan in einem Coffee Shop anbandelt, ahnt er nicht, dass er sich ausgerechnet die Schwester seines Opfers ausgesucht hat Erst als sie in den Verdacht ger t, in den Tod ihres Bruders verwickelt zu sein, d mmert ihm, wie tief er in der Klemme sitzt Kurz entschlossen plant er einen gro en Coup, der alle seine Probleme mit einem Schlag l sen soll Aber da ist ihm der Ermittler Hoke Moseley schon dicht auf der Spur ber den Autor und weitere MitwirkendeDer Amerikaner Charles Willeford 1919 1988 verlor schon als Kind beide Eltern Anschlie end wuchs er bei seiner Gro mutter auf, bevor er 1935 in die US Armee eintrat Er diente ihr unter anderem auf den Philippinen und, w hrend des Zweiten Weltkriegs, in Europa Nach dem Krieg endete sein Kunststudium an einer peruanischen Universit t abrupt, als bekannt wurde, dass er ber keinen Schulabschluss verf gte Willeford arbeitete anschlie end wieder im Dienste der Armee, zun chst in Japan, dann in Kalifornien 1953 ver ffentlichte er mit Der Hohepriester seinen ersten Roman Ihm folgte eine ganze Reihe von Kriminalromanen, bevor Willeford schlie lich 1984 mit Miami Blues der sp te Durchbruch als Schriftsteller gelang Der Roman, der den Auftakt einer Krimiserie mit dem Polizisten Hoke Moseley als Protagonisten bildete, wurde nach Willefords Tod verfilmt....

Title : Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek: Miami Blues
Author :
Rating :
ISBN : 3866152337
ISBN13 : 978-3866152335
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : S ddeutsche Zeitung Auflage 1 2006
Number of Pages : 260 Pages
File Size : 999 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek: Miami Blues Reviews

  • Heino Bosselmann
    2020-02-03 13:14

    Das Reizvolle oder gewissermaßen gar Philosophische an diesem kleinen Meisterwerk des Krimi-Noir-Genres mag darin liegen, dass es hier keine eigentlichen Helden gibt, jedenfalls nicht solche, denen man ethisch oder einfach nur menschlich zugeneigt wäre. Insofern fiebert man als Leser mit niemandem mit; man verfolgt vielmehr die allemal spannende Dramatik eines Geschehens zwischen weitgehend degenerierten Figuren.Im Zentrum der Handlung steht mit Frederick J. Frenger, genannt Freddy, nicht einfach nur ein hartgesottener Krimineller, sondern die personifizierte Kaltherzigkeit selbst. Der Mann entbehrt jeden Mitgefühls, anderen gegenüber sowieso, aber gleichfalls gegen sich selbst. Als ihm ein Machetenschlag mehrere Finger von der Hand trennt, reagiert er zwar nicht schmerzfrei, aber gänzlich rational; er verändert seine Handlungen wie ein Betriebssystem die Modi. ' Schon richtig, wie der Typ von Charles Willeford in die Handlung eingeführt wird ' als 'unbekümmerter Psychopath'. Hannibal Lector kann dagegen als ausnehmend herzlich gelten, vor allem als komplexer Charakter, Freddy ist dagegen ein Simpel der Gewalt und die Verkörperung des reinen Reizreaktionschemas. Eine solche Figur ist in so brutaler Eindimensionalität selten. Glaubwürdig fehlt ihm jeder Charme. Eine Maschine, purer Egoismus, lächelnd 'wie ein Metzgerhund', nicht mal Genuss am Sex, alles Technik. Nicht jeder Verbrecher, nicht mal jeder Mörder ist von moralischer Hässlichkeit, dieser schon, nicht zuletzt, weil er in seiner Brutalität so völlig leidenschaftslos erscheint. ' Und erzählt wirkt das eher protokolliert ' und so als wäre es eben nicht pervers, sondern mittlerweile normal. Einerseits mutet der Stil sachlich an, anderseits erscheint die Gestaltung dabei gerade nicht leblos.Gemeinsam mit der völlig naiven Prostituierten Susan Waggoner, deren Bruder Freddy rein zufällig auch noch auf dem Gewissen hat, bildet der eiskalte Typ ein sehr asymmetrisches Gangsterpärchen. So eigenartig die beiden charakterlich und psychologisch wirken, so plastisch sind sie jedoch gezeichnet; man nimmt dem Autor diese bizarren Existenzen glaubwürdig ab. Als Susan von der Polizei später nach ihrem Partner gefragt wird, sagt sie aus: 'Na ja, er hat gut für mich gesorgt, und was ich ihm gekocht habe, hat ihm immer geschmeckt '' Sie, die Gewinnerin des ersten Preises für eine Essig-Torte, ist gänzlich unfähig darin zu erfassen, dass Freddy sie in jeder Hnsicht durchweg missbraucht. Susan ist Opfer, war es schon immer, problematisiert das aber nicht, ach, sie registriert es nicht mal. Auch sie eine Verlorene 'Als Freddys Gegenspieler fungiert mit Sergeant Hoke Mosley ein gebeutelter Loser und Lebensversager von gänzlich unglückseliger Gestalt ' frühalter Gebissträger, tolpatschiger Pechvogel, personifizierter Misserfolg, Karikatur eines Großstadtbullen, armselig, dabei aber nicht mal sympathisch, leidenschaftslos, ohne innere Größe, nicht mal Alkoholiker, nicht mal fies, wozu er in Ergebnis seiner frustrierenden Lebensbilanz mindestens prädestiniert wäre, einfach nur schwach, ausgezeichnet vielleicht durch ein gutes, aber leidendes Herz.Die Handlung verläuft linear, steigert sich zum Ende hin in Tempo und Spannung. Und gerade weil es 'das Positive' in diesem Krimi nicht gibt, wirkt er verdammt echt. Korruption, Großstadtdreck, Floriada ganz ohne exotischen Reiz, in sich entfremdete Urbanität, das alles ist Thema, hauptsächlich aber stellt Willeford sehr gekonnt den Typus des innerlich verkrüppelten Menschen vor, weit jenseits aller Ideale und Hoffnungen, stille Krankheitsbilder der sogenannten Zivilisation, armselig, ohne diese Armseligkeit wenigstens noch selbst spüren zu können, charakterliche Schrumpfbilder der durchkommerzialisierten Gesellschaft, Amerika also, wie es leibt und krankt, einerlei ob nun als Verbrecher oder Polizist. Gut und Böse haben hier als Kategorien ihre Geltung verloren.Deswegen: Starke Literatur. Überdies: Präziser Erzählton, so gekonnt im Klang, das der Leser gar nicht merkt, dass hier ein Autor werkelnd fabuliert. Nein man steht mitten in der Handlung, perplex darin aufgehoben.

  • Don Draper
    2020-02-06 16:32

    Ein knallharter Krimi mit einer klaren, schnörkellosen und prägnanten Sprache. Sehr kurzweilig. Man legt das Buch, einmal angefangen nicht mehr aus der Hand.

  • juristan
    2020-02-15 12:32

    Für mich ein Meisterwerk! Alle handelnden Personen sind mit einem Hintergrund ausgestattet,der überzeugt,da es bei jedem nicht optimal läuft,wie im Leben halt.Alle sind einfache Leute,die ihre Sorgen haben,der Verbrecher hats auch nicht immer leicht.Die Handlung ist ebenso glaubhaft,deshalb sehr spannend,allerdings ziemlich hart,weil die Personen alle abgebrüht sind,leider auch humorlos.Ein recht düsteres Werk,aber auf wenigen Seiten grandios erzählt,immer den passenden Ton getroffen und kein Wort zuviel.

  • arno
    2020-02-05 14:35

    Die drei Hauptfiguren dieses Kriminalromans, der Polizist Hoke Moseley vom Miami Policedepartment, der Berufsverbrecher Freddy und seine Zufallsbekannte Susan, mit der Freddy in einer "platonischen" Ehe lebt, suchen schon seinesgleichen in der Kriminalliteratur. Willeford versteht es allen Dreien "Leben" einzuhauchen, d.h. dem Leser in einer relativ knappen Sprache die Charaktere, eingebunden in die brutale Atmosphäre Miamis der 80iger Jahre, eindringlich vor Augen zu führen. Weit mehr als in "normalen" Krimis beschäftigt sich Willeford auch mit der Psyche seiner Figuren, ohne dabei belehrend oder aufdringlich zu werden. Das Portrait des "Ehepaares" Freddy und Susan fand ich einmalig und absolut gelungen.Der durch seine Lebenserfahrung zum Einzelkämpfer gewordene, völlig gefühllose und brutale Gangster Freddy will noch einen großen Coup landen, um sich mit Susan für ein paar Jahre "halbwegs" zur Ruhe setzen zu können. Die ihn bemutternde Susan, eine (ehemalige) Studenten-Prostituierte mit starkem Hang zum bürgerlichen Leben, bildet dazu zwar einen schillernden Gegensatz, passt anderseits aber gut zu Freddy. Der Polizist Hoke Moseley wird als ein runtergekommener Typ geschildert, der trotz hohem Alkoholkonsum bei klarem Verstand geblieben ist, den er auch braucht, weil er mehrfach in äußerst unglückliche Situationen gerät.Spannend erzählt ist das Ganze und selbst den Humor bringt Willeford ein: Herrlich die Idee mit der Essigtorte, und der Haiken (japanisches Kurzgedicht) über den Frosch ist schon etwas Besonderes. Der Frosch, der nach Miami kam ......