Read Spiegelgrund: Leben in NS-Erziehungsanstalten by Johann Gross Online

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Als 10 J hriger ger t der Autor in die F nge von NS Erziehungsanstalten Am Wiener Spiegelgrund begegnet er seinem gef rchteten Namensvetter Dr Heinrich Gross.Ohne Sentimentalit t oder Selbstmitleid schildert Johann Gross, was er erlebt, erlitten und gesehen hat, berichtet von der Grausamkeit der rzte und des Personals, aber auch von Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft, die ihm von Kameraden und Au enseitern zuteil wurden.Christine N stlingers ber hrendes Vorwort schildert den Menschen Johann Gross, Dr Wolfgang Neugebauer, fr herer Leiter des Dokumentationsarchivs des sterreichischen Widerstandes, liefert in einem Nachwort den zeitgeschichtlichen Hintergrund....

Title : Spiegelgrund: Leben in NS-Erziehungsanstalten
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ISBN : 9783800075812
ISBN13 : 978-3800075812
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : Ueberreuter 14 Mai 2013
Number of Pages : 272 Pages
File Size : 779 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Spiegelgrund: Leben in NS-Erziehungsanstalten Reviews

  • M. Hackl
    2020-02-16 19:12

    Ich habe das Buch an einem Tag gelesen. Ich konnte einfach nicht aufhören, so sehr hat mich die Geschichte dieses Mannes berührt. Es ist wirklich kaun zu glauben, zu welchen Greueltaten Menschen fähig sind. In Spiegelgrund wurden "schwer erziehbare" Kinder z. B. mit Schwefelinjektionen in beide Oberschenkel und durch Injektionen, deren Wirkung heftigstes Erbrechen (und das über einen Zeitraum von 1 bis 2 Tagen) war, bestraft und ruhiggestellt. So beschrieben in diesem Buch. Auch körperliche Züchtigung wurde damals ganz selbstverständlich praktiziert, und zwar bis aufs Äuserste (die Kinder wurden nicht selten ohnmächtig vor Schmerzen). Das ist wahrscheinlich nur ein Bruchteil der Methoden, die damals angewandt wurden. Aber das allein ist schon schrecklich genug. Nicht vorstellbar, dass es gar noch ärger ging. Und das alles hat man Kindern angetan. Einige waren noch nicht einmal 10 Jahre alt, als sie in solchen "Erziehungsanstalten" und "Kinderheimen" untergebracht wurden, der Autor hatte ab einem Alter von 10 Jahren diese Hölle zu durchleiden. Er hat in dieser Anstalt sogar eienn Karren mit Leichen von Kleinkindern gesehen, wie er schreibt.Ich finde, diesem Mann - und allen, die diese Hölle durchlebt und überlebt haben - sollte man den größt möglichen Respekt zollen. Dieses Buch ist für jeden, der an diesem Thema interessiert ist, sehr zu empfehlen.

  • Harry
    2020-01-31 17:52

    Es ist eine berührende und persönliche Geschichte des Autors, wie er in Kinder- bzw Jugendtagen in Heimen während des Dritten Reiches verbracht. Man kann sich kaum vorstellen, wie mit den anvertrauten Zöglingen umgegangen wurde. Diese Geschichte bringt die Thematik besonders gut nah!

  • Oliver Herzig
    2020-02-04 16:18

    Johann Gross hatte wirklich keinen leichten Start in’s Leben. 1930 in Wien in ärmlichen Verhältnissen geboren, die Mutter bald nach der Geburt abgängig, der Vater Analphabet und Alkoholiker, meist arbeitslos, wurde er schon bald von der Fürsorge bei diversen Pflegefamilien untergebracht. Bei diesen verbrachte er, wie er selbst sagt, die schönsten Jahre seiner Kindheit.Doch das kindliche Glück dauerte nicht lange: der Vater, der inzwischen wieder in einer Beziehung lebte, holte den Sohn, inzwischen im Schulalter, zu sich, wohl auch, um mit seinen Kindern größeren Nutzen aus der „Volkswohlfahrt“ des inzwischen in Österreich etablierten NS-Staates zu ziehen. Der Sohn fügte sich vorerst, wurde Pimpf – und verwendete den Inhalt einer Sammelbüchse des Winterhilfswerks, um zu seiner geliebten Pflegemutter zurück zu kehren.Dieser „Frevel am Volksvermögen“ genügte, um den 10jährigen in die Mühlen der NS-Bürokratie zu treiben. Zuerst landete Gross im Waisenhaus in Mödling. Schläge, Demütigungen und schlechte Verpflegung waren dort an der Tagesordnung. Aber Johann Gross war ein unbeugsamer Geist: immer wieder versuchte er die Flucht aus dem Heim, die ihm auch immer wieder gelang. Als auch immer härtere Behandlung bei dem Knaben den Freiheitsdrang nicht brechen konnte, wurde er auf den „Spiegelgrund“ (heute Sozialmedizinisches Zentrum Baumgartner Höhe) überstellt.Dort gesellte sich den Schlägen, den Demütigungen und dem schlechten Essen auch medizinische Folter. Der ärztliche Leiter der Anstalt, Dr. Heinrich Gross, verabreichte bedenkenlos an die Jugendlichen sog. „Speibspritzen“ (Injektionen, die heftige Brechanfälle auslösten), „Schwefelkuren“ (Injektionen, die heftige Schmerzen in den Beinen bewirkten) und Elektroschocks. Dass Johann Gross sich in gefährlicher Nähe zum staatlichen Euthanasieprogramm befand, dessen Leiter sein ärztlicher Namensvetter war, konnte ihm nicht bewusst sein. Sehr wohl wurde er aber mit dem Anblick toter Kinder konfrontiert, die auf Wagen vom Gelände transportiert wurden.Gross überstand auch diese Torturen, floh mehrmals, wurde aber immer wieder gefasst, bis er, auch begünstigt durch den Zusammenbruch des Regimes, eine Maler- und Anstreicherlehre absolvierte und seine Heimlaufbahn unter etwas menschlicheren Bedingungen in Eggenburg beenden konnte.Das Buch ist klar und schnörkellos geschrieben, es wirkt wie niedergeschriebene „oral history“. Hier war kein Ghostwriter am Werk, sondern Gross berichtet ohne Übertreibung, aber auch ohne Beschönigung aus dem Alltag in einem unmenschlichen System. Ein Vorwort von Christine Nöstlinger und interessantes Nachwort von Wolfgang Neugebauer runden den Band ab. In diesem Nachwort zeichnet Neugebauer auch das Faktum nach, dass es die Überlebenden dieses Systems nach dem Krieg sehr schwer hatten, in der Gesellschaft Fuß zu fassen, wohingegen die Proponenten, wie der erwähnte Dr. Gross, ihre Karrieren beinahe bruchlos fortsetzen konnten.Fazit: Ein wichtiger Beitrag zu einem bis dato nur wenig beleuchteten Aspekt der NS-Zeit in Österreich.

  • Elisabeth
    2020-01-29 17:13

    Mein Name ist Elisabeth und ich bin 22 Jahre alt. Ich bin geborene Wienerin und lebe auch hier. Als ich das Buch anfing zu lesen, dachte ich nicht wie sehr es mich berühren würde. Ich war schockiert über die Dinge die in meiner jetzigen näheren Umgebung passiert sind. Und das vor nicht all zu langer Zeit. Johann Gross war und ist es auch heute noch, ein bewundernswerter und starker Mensch. Jeder der ihn kennt sollte sich ein Beispiel an ihm nehmen. Dieser Mann hat bewiesen, daß man sich nicht unterkriegen lassen darf. Egal wie hart das Leben auch sein mag.. man darf sich nicht BRECHEN lassen. Von niemandem. Ich kann nicht beschreiben wie meine Gefühle zu diesem Buch sind. Schockiert, beeindruckt, fasziniert, ich weiss es nicht. Irgendwie alles gemeinsam. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Jeder der es liest, wird es nicht bereuen und diesem Buch einen Ehrenplatz zuweisen. Zu Ehren von Johann Gross. Einem Mann der alles Glück der Welt wirklich verdient hat.