Read Familiales Scheitern: Eine familien- und kultursoziologische Analyse von Stanley Kubricks "The Shining" by Oliver Schmidtke Online

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Der Film The Shining zeigt das Scheitern einer Familie, das in dem Versuch des Familienvaters gipfelt, Sohn und Ehefrau zu t ten In einer detaillierten Analyse der Filmdialoge und der visuellen Darstellungsmodi rekonstruieren die Autoren die familiale Interaktion Dabei entwickeln sie eine explizit soziologische Filmanalyse und zeigen, welchen Beitrag diese f r die Filmwissenschaft leisten kann....

Title : Familiales Scheitern: Eine familien- und kultursoziologische Analyse von Stanley Kubricks "The Shining"
Author :
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ISBN : 3593395010
ISBN13 : 978-3593395012
Format Type : E-Book
Language : Deutsch
Publisher : Campus Verlag Auflage 1 12 M rz 2012
Number of Pages : 584 Pages
File Size : 670 KB
Status : Available For Download
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Familiales Scheitern: Eine familien- und kultursoziologische Analyse von Stanley Kubricks "The Shining" Reviews

  • Faunin
    2020-03-29 16:59

    Die Autoren analysieren Kubrick`s Film "The Shining" (nach dem Roman von Stephen King) unter der Annahme, dass dort ein Fall einer extrem dysfunktionalen Familie gezeigt wirkt. Dazu werden Handlungsangaben und englische Dialogtexte 1:1 wiedergegeben und fortlaufend unter dieserHinsicht interpretiert. Dabei wird zuerst darauf verzichtet, eine telepathische bzw. paranormale Deutung als akzeptabel anzunehmen. Stattdessen werden im ersten Teil des Buches alle Vorahnungen und Traumbilder Danny Torrances als innerpsychische Reaktionen auf die Mißachtung seiner Eltern ausgelegt. Durch die Analyse parallel zur sich entwickelnden Handlung werden dieBeziehungen der Familienmitglieder ausgeleuchtet. Diese Sichtweise ist faszinierend, z.B. zu sehen, wie wenig Wendy und Jack auf Augenhöhe miteinander agieren und mit wieviel negativem, unausgesprochenem Gepäck sie eigentlich schon im Overlook ankommen.Wenn man den Film kennt oder wie ich mehrmals gesehen hat, ist die etwas verzögernde Art der Autoren, immer wieder einen Schritt zurückzutreten und sich zu fragen, was ist an dem Verhalten jetzt nicht ganz normal oder was man annehmen könnte, was logisch als nächstes folgen wird, ein bißchen gewöhnungsbedürftig. Was mich auch irritiert hat, war, dass die rein "realsoziologische" Perspektive dann mit Zuspitzung der Ereignisse dann trotz der vehementen Einführung im ersten Teil aufgegeben wird und zunehmend auch irreale Interpretationen zugelassen werden. Das ist dem Verlauf der Ereignisse sicher angemessen, aber es wird durch die aufgefächerte Menge an Möglichkeiten auch zunehmend unübersichtlicher und anstrengender zu lesen. Die Autoren gehen zwar so vor, dass meistens alle zur Verfügung stehenden Interpretationen aufgezählt und teilweise nach Plausibilität ausgeschlossen werden, aber es bleibt etwas ausufernd.Etwas störrend fand ich außerdem, dass teilweise Theorien aufgestellt werden, diese nicht eindeutig belegt werden können, anschließend aber als Tatsache behandelt werden- etwa, dass Dannys offensichtlich selbstgestrickter Apollo-Pullover von einer Großmutter gemacht wurde, zu der der Kontakt aber abgebrochen ist. Ohne die naheliegendste Lösung, dass den auch Wendy gestrickt haben könnte, die als Hausfrau und Mutter dazu auch vielleicht Zeit gehabt hätte. Oder, dass Dannys Spitzname Doc aus dem Bugs Bunny-Cartoons stammt, eindeutig aussagt, dass die Eltern ihn durchgehend als Trottel ansehen (wie Bugs Bunny seine Gegner, die er immer mit der catch phrase "What's up, doc?" begrüßt). Die Möglichkeit, dass die Herkunft eines Spitznamens nach langem Gebrauch immer mehr an Bedeutung verliert und die Benutzung auch einen liebevollen Anteil haben kann, wird nicht z.B. gesehen.-Besonders auffälig ist dies, weil die Autoren in einer vorangehenden Fußnote eine andere Filmkritikerin für eine ähnliche Vorgehensweise rügen.Auch dass die Frau aus Zimmer 237 vor ihrem Auftreten mehrere Seite lang als "die alte Frau" genannt wird, fand ich nicht ganz korrekt. Von Wendy wurde sie vorher nur als "crazy woman" bezeichnet und den Selbstmord hat sie als junge bzw. Frau mittleren Alters begangen. Auch die spätere Aussage, Jack würde im Zimmer von zwei alten Frauen verfolgt, ist für mich eine Falschinterpretation- ich sehe das zwischengeschnittene Aussteigen der erschreckenden, vermoderten Greisin aus der Badewanne als eine Art Wiederholung, welche das "wahre Bild" zu der ersten, verführerischen, jungen Erscheinungsform dergleichen Geistes bei dieser Handlung zeigt.Zusammengenommen finde ich das Buch teilweise sehr erhellend und nicht zuletzt wegen der vielenFußnoten und Querverweise zu anderen Analysen interessant. Als umbedingtes "Muss" kann ich es aber nicht bezeichnen. Außerdem stolpere ich immer wieder über den Titel, wäre "Familäres Scheitern" nicht naheliegender?