Read Auf der Suche nach dem Täter: Die öffentliche Dramatisierung von Verbrechen im Berlin des Kaiserreichs (Campus Historische Studien) by Philipp Müller Online

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Berlin im Kaiserreich galt als brodelnde Metropole, Hort der Kriminalit t und Hochburg der Presse Neue, f r die einfachen Leute erstmals erschwingliche Tageszeitungen wie die Berliner Morgenpost mussten jeden Tag aufs Neue mit spektakul ren Nachrichten aufwarten Polizei und Justiz wiederum waren an einer breiten ffentlichen Darstellung ihrer Angelegenheiten interessiert Ein intensiver Austausch von Presse und Strafverfolgungsorganen quasi als Vorl ufer von Aktenzeichen XY ungel st bezog die Bev lkerung aktiv in die Aufkl rung und Bek mpfung von Verbrechen ein In einem mikrohistorischen Vergleich zweier ber hmter F lle, dem des Raubm rders Hennig und dem des Hauptmanns von K penick , zeigt Philipp M ller, wie in den Sensationen neue Formen ffentlicher Auseinandersetzung entstanden Die Vielen wirkten auf h chst eigensinnige Weise an den Sensationen mit, sodass ihre eigene soziale Bedeutung wenn auch nur f r einen Moment ber das ihnen beschiedene allt gliche Ma hinauswuchs....

Title : Auf der Suche nach dem Täter: Die öffentliche Dramatisierung von Verbrechen im Berlin des Kaiserreichs (Campus Historische Studien)
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ISBN : 3593378671
ISBN13 : 978-3593378671
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : Campus Verlag Auflage 1 10 Oktober 2005
Number of Pages : 474 Pages
File Size : 876 KB
Status : Available For Download
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Auf der Suche nach dem Täter: Die öffentliche Dramatisierung von Verbrechen im Berlin des Kaiserreichs (Campus Historische Studien) Reviews

  • Christian Heinke
    2020-03-06 14:53

    Das Sprechen über Verbrechen ist auch immer ein Sprechen über Medien.Verbrechen geschehen und Medien berichten darüber. Doch diese Beziehung ist keine Einbahnstraße. Immer gibt es auch Rückkopplungen - reißerische Überschriften und Berichte dem Verbrechen mehr Bedeutung zuweisen, als angemessen.Es entsteht ein Wechselspiel der Informationen zwischen der Polizei, den Medien und der nach der ‚Sensation des Verbrechens‘ heischende Bevölkerung.Der Historiker Philipp Müller untersucht dieses Mediensystem am Beispiel zweier spektakulärer Verbrechen in Berlin zur Zeit des Kaiserreiches. Bekanntestes Beispiel im Buch ist hier sicherlich der Fall des »Hauptmanns von Köpenick«.Müllers Verdienst ist es - neben einer bestechenden Analyse der sich zum Massenmarkt entwickelnden Berliner Zeitungslandschaft und der Darstellung der darauf hin zur Reaktion genötigten Exekutive - den Blick auf ‚die Vielen‘, der ansonsten ‚schweigenden Mehrheit‘ der Bevölkerung zu richten.Müllers Untersuchung zeigt auf, dass die Bevölkerung Berlins aktiv am Medienereignis 'Verbrechen' partizipierte. Als Grund für diese Faszination an dem Vergehen arbeitet Müller die Suche der Vielen nach unterhaltender Zerstreuung heraus, die diese in den sensationellen Berichten über die Verbrechen schließlich finden:Der Alltag der Vielen in der Moderne ist durch eine ‚Entzauberung der Welt‘ (Max Weber) gekennzeichnet. Die Anteilnahme der Vielen an der in der Lokalzeitung angepriesenen Sensation führt zu einer ‚Verzauberung der Moderne.‘ - Medienkonsum dient hier also zur Aufwertung des Alltags.Sehr lesenswert!