Read Politische Zeiten: Beobachtungen von der Seitenlinie by Claus Leggewie Online

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Politische Autobiografie und deutsche ZeitgeschichteIn Claus Leggewies Autobiografie spiegelt sich der Lebenslauf vieler Altersgenossen kosmopolitisch, kologisch engagiert, querdenkend haben sie Deutschland entscheidend mitgepr gt In der Schilderung von Schl sselszenen setzt sich etwas zusammen, das im R ckblick gern Entwicklung genannt wird, das er allerdings auch von Zuf llen, Br chen und Gef hrdungen gepr gt sieht Da sp rt der K lner Junge pl tzlich die N he der NS Vergangenheit und begreift durch einen Blumenstrau im Rinnstein eines Pariser Nobelviertels die Gewalt der Macht 1968 betrachtet er von der Seitenlinie, seither macht er als Beobachter und Berater gelegentlich selbst Politik Reisen f hren in alle Kontinente, Begegnungen mit Menschen, Ideen, Weltanschauungen werden aufgeschrieben Leggewie vergewissert sich der Erinnerungsspuren des eigenen Lebens und einer Generation, mit der sich fast alles nderte So sind diese Erinnerungen auch ein spannendes St ck gelebte Zeitgeschichte....

Title : Politische Zeiten: Beobachtungen von der Seitenlinie
Author :
Rating :
ISBN : 3570102009
ISBN13 : 978-3570102008
Format Type : Other Book
Language : Deutsch
Publisher : C Bertelsmann Verlag 9 M rz 2015
Number of Pages : 561 Pages
File Size : 582 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Politische Zeiten: Beobachtungen von der Seitenlinie Reviews

  • Amazon Customer
    2019-12-07 02:52

    Für jemanden, der ab der späten 60er und folgende 70er JAHRE seine "politische Sozialisation" hatte, liest sich Leggewies' persönliche Retrospektive spannend. Das Buch ist eine Erinerungsfundgrube. Leggewies' undogmatis und ehrliche Auseinandersetzung liest sich auch sehr gut.

  • Oliver Völckers
    2019-12-08 04:48

    Auf diese Autobiografie war ich gespannt, weil sich der Autor selbst als '68er' bezeichnet. Da hatte ich mir etwas Radikales vorgestellt, aber leider ist Claus Leggewie ziemlich brav. Angesichts der Schärfe des Klassenkampfes heute ist ein 'Plädoyer für Bürgerfreiheit und Demokratie', wie es im Umschlag versprochen wird, eher lächerlich. Wer ist denn gegen Bürgerfreiheit und Demokratie?Gut, mit dem staatstragenden Standpunkt brauche ich ja nicht übereinstimmen, aber das Buch könnte als Autobiografie trotzdem spannend und lehrreich sein. Ist es aber nicht. Der Autor beschäftigt sich vor allem mit sich selber, was ja in einer Autobiografie akzeptabel wäre, wenn sich der Mensch mit seiner Umgebung auseinandersetzen würde.Wer die Region Köln und den Autor mit seinem Umfeld kennt, wird mit dem Buch sicherlich etwas anfangen können. In vielen Details ist der Autor auf, wie ich finde, ärgerliche Weise ungenau und wiederholt nur das, was die Springerpresse sowieso schreibt. Von einem Professor, der sich für links hält, hätte ich mehr erwartet. Ein paar Beispiele:Seite 122: Leggewie schreibt von einer 'russischen Aggression gegen die Ukraine'. Dazu empfehle ich die Lektüre von .Seite 253: Leggewie wirft Bertolt Brecht vor, er hätte sich in einem privaten Brief an Lion Feuchtwanger 'sowjetuniongläubig und chauvinistisch' geäußert. Offensichtlich hat Herr Leggewie keine Vorstellung davon, wie Menschen in Diktaturen zurechtkommen müssen. Hätte sich Brecht hier anders als unterwürfig gegenüber Stalin geäußert, wäre das gefährlich nicht nur für ihn, sondern auch für Feuchtwanger geworden. Mit Brechts wirklichen Ansichten darf man eine solche Haltung nicht verwechseln, die sind oft genug deutlich geworden.Seite 401: Leggewie, der Unterstützer des Jugoslawienkrieges und 2. Golfkriegs, möchte '"das transatlantische Bündnis erneuern und auf zeitgemäßer Grundlage fortsetzen'". Er jammert über die '"Selbstverzwergung Europas in einer multipolaren Welt' und die grassierende 'BRICS-Besoffenheit'". Russland sei ein 'autoritär regiertes Gasscheichtum' und China verfolge Supermachtträume auf Kosten aller Welt. Alles ziemlich konfus.Seite 403: Leggewie berichtet, wie ein schwarzer Fahrgast in einer New Yorker U-Bahn von der Polizei abgeschleppt wird, weil er seinen MP3-Player zu laut aufgedreht hatte. Er berichtet, sie führten ihn 'zur Feststellung der Personalien' ab. Woher weiß der Autor das? Das ist vielleicht seine Vermutung. So wie es bei der Polizei in den USA zugeht, könnte er auch misshandelt worden sein, sobald keiner mehr zuschaute.Das ist natürlich Spekulation, aber mir erscheint der Autor naiv.Seite 439: Zitat 'Was den Islam derzeit in ein schlechtes Licht rückt, ist der Verdacht, dass es nicht die überall vorkommenden Aberrationen sind, welche die bornierte Intoleranz fundamentalistischer Sekten und die schreckliche Mordlust der Dschihadisten antreiben. Die Gewalt könnte ihre geistigen Wurzeln im Kern des religiösen Bekenntnisses haben'. Hier ist der Autor endgültig von links unten bei rechts oben angekommen. Der Glaube erklärt gar nichts, danach wären z.B. die Deutschen auch Militaristen. Solche Klischees führen nicht weiter. Von einem gebildeten Menschen, der den Eindruck erweckt, er hätte sich mit Marx auseinandergesetzt, erwarte ich, dass er eine Idee von Gesellschaftsanalyse hat.Seite 440: Zitat 'Was ich glaube, ist ein eklektizistisches Gemisch'Ähnlich wie bei seinem Kumpel Daniel Cohn-Bendit ist an Claus Leggewie vor allem seine Rhetorik links. Gesellschaftskritisch ist er aber nicht, war er sicherlich mal, aber jetzt nur noch angepasst. Entsprechend ist sein Buch leider nur lauwarm, politisch auf der Linie von Sigmar Gabriel und Claudia Roth, für die, die das mögen. Wie ein kritischer Geist lebt, der seiner Zeit voraus ist, ist besser im Buch  von Victor Grossmann zu lesen.