Read Ordnung. Macht. Extremismus: Effekte und Alternativen des Extremismus-Modells (German Edition) by Elena Buck Online

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Bestimmte Formen politischer Devianz werden regelm ig f r extremistisch erkl rt Was damit gemeint ist, scheint intuitiv einleuchtend und wird in der Extremismustheorie auch wissenschaftlich bestimmt Verschiedene Kritiken an dieser Konzeption zeigen jedoch, dass das Extremismusmodell erhebliche analytische Schw chen aufweist und zugleich politisch folgenreich ist Es suggeriert u.a klare Grenzen einer demokratischen Mitte und ihrer problematischen R nder, wobei diese Grenzziehungen inhaltlich schwach bestimmt und der politischen Auseinandersetzung entzogen sind Trotz dieser M ngel ist die Rede vom politischen Extremismus allgegenw rtig und bestimmt wissenschaftliches wie auch staatliches und zivilgesellschaftliches Handeln Der Sammelband verhandelt Geschichte, Praxis und Alternativen der politischen Semantik des Extremismus aus einer interdisziplin ren Perspektive Worin liegen die Probleme und Schw chen des Extremismusmodells Was macht es trotzdem so definitionsm chtig und attraktiv Welche Wirkungen entfaltet das Denken in Extremismen Welche alternativen Zug nge und Konzepte gibt es...

Title : Ordnung. Macht. Extremismus: Effekte und Alternativen des Extremismus-Modells (German Edition)
Author :
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ISBN : 3531179985
ISBN13 : 978-3531179988
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : VS Verlag f r Sozialwissenschaften Auflage 2011 6 Juli 2011
Number of Pages : 376 Seiten
File Size : 786 KB
Status : Available For Download
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Ordnung. Macht. Extremismus: Effekte und Alternativen des Extremismus-Modells (German Edition) Reviews

  • A. Tonelera
    2020-02-09 07:02

    Das Buch dient nicht so sehr dazu neue Formen der Extremismusforschung zu entwickeln, als die bisherige Forschungslandschaft zu kritisieren. Kaum ein Beitrag ist innovativ. Die Beiträge hängen nicht zusammen und erschienen mir "zusammengewürfelt" zu sein. Ich hatte erhofft innovative Konzepte und Ideen darin zu finden, wie die Forschung zukünftig vielleicht besser vorgehen könnte. Leider gibt es nur einen Beitrag, der sich mit der Suche nach Innovation beschäftigt und tatsächlich Vorschläge macht. Die anderen Beiträge sind teilweise aus einer vollkommen weltfremden Perspektive geschrieben. Einige der Beiträge sind so versponnen, dass sie mehr an die Reden eines Rudi Dutschkes erinnern, als an wissenschaftliches Erkenntnisinteresse. Dies macht den Band aber aus - Erkentnisinteresse ist kaum vorhanden, stattdessen eine Intellektuell komplett verstiegene Kritik an der bisherigen Forschungslandschaft. Wissenschaft Null, stattdessen nur politische Selbststilisierung. Ich musste ständig an die Liedzeile Reinhard Meys denken: Annabelle, ach Annabelle, Du bist so herrlich unkonventionell, Du bist so wunderbar negativ,Und so erfrischend destruktiv... Naja, wenigstens das. Ich würde mir das Buch nicht noch einmal kaufen, es hat mir kaum etwas gebracht (bis auf den einen Beitrag).

  • Little Sister
    2020-02-15 07:57

    Seit nunmehr anderthalb Jahren tobt der Streit um die sogenannte Extremismusklausel, die Demokratie-Initiativen unterzeichnen müssen, wenn sie öffentliche Fördergelder für ihre Arbeit beantragen. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder baut die "Extremismusprävention" mit Schwerpunkt "Linksextremismus" aus, und der Verfassungsschutz ist nach den neuen Steuerplänen nun bald auch erste und letzte Instanz, wenn es darum geht, ob linke Projekte aus Sicht der Finanzämter gemeinnützig sind oder nicht. Gleichzeitig kann ein Neonazi-Terrortrio über 10 Jahre lang mordend und bankraubend durchs Land ziehen, ohne dass Behörden ihnen auf die Schliche kommen und eine neonazistische Jugendkultur wird vielerorts, insbesondere im ländlichen Raum Ostdeutschlands, stillschweigend geduldet oder gar nicht erst wahrgenommen.Dies sind nur einige Schlaglichter, die als Konsequenzen eines Denkens im Rahmen des "Extremismus-Modells" gesehen werden können. In 16 sehr gut miteinander verzahnten Beiträgen zeigt dieser Sammelband vielfältige problematische Facetten der verkürzten Weltdeutung "Böse Ränder vs. gute Mitte" in Theorie und Praxis auf. Deutlich wird in mehreren Beiträgen des ersten Teils "Kritik des Extremismus-Modells", dass die politikwissenschaftliche "Extremismusforschung" für ein konservatives Politikverständnis funktional eingesetzt wird. Nicht nur sind ihre demokratietheoretischen Grundlagen zweifelhaft - aus methodischer Perspektive muss ihr eine "Wissenschaft mit der Brechstange" (J. Zimmermann) vorgeworfen werden, indem sie empirische Phänomene entgegen jeglicher Qualitätsstandards der empirischen Sozialforschung in begrenztes Theorie-Korsett zwängt.Im zweiten Teil "Praktiken" analysieren fünf Beiträge, wie sich das "Extremismus-Modell" auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft auswirkt. So wird in Bezug auf staatliche Sicherheitsproduktion zum Beispiel die Konstruktion einer "linksextremen" Gefahr aufgrund zweifelhafter Polizeistatistiken unter die Lupe genommen. Neben einer Gleichsetzung von Links und Rechts stellt sich die Verharmlosung neonazistischer Aktivitäten z.B. in kommunalpolitischen Kontexten als großes Problem heraus. In einem weiteren Beitrag werden rassistische Effekte der "Extremismusprävention" im Bereich "Islamismus" untersucht.Der dritte und letzte Teil des Bandes enthält fünf Artikel zur Frage nach "Alternativen" zum Verständnis des Politischen bzw. zur Analyse von politischen Spektren. Auch wenn hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, geben die Beiträge eine Fülle guter Anregungen, wie Negativeffekte durch ein "Extremismus"-Problematisierung vermieden werden können und der Fokus stattdessen auf konkrete Probleme wie Rassismus, Sexismus oder Antisemitismus gelenkt werden kann.Insgesamt ist der Sammelband mit seinen sorgfältig zusammengestellten und redigierten Artikeln ein wirklich gelungener Beitrag für die theoretische und praktische Auseinandersetzung in diesem Themenfeld. Und das auch über die aktuellen Auseinandersetzungen um "Extremismus-Klauseln", Förderprogramme und blinde Flecken der bundesdeutschen Sicherheitsorgane hinaus.