Read Die Erfindung des Politischen: Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung (edition suhrkamp) by Ulrich Beck Online

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Unmittelbar nach dem Ende des Ost West Konfliktes schienen f r eine kurze Zeit die Hoffnungen vieler Menschen sich erf llen zu k nnen An die Stelle von Optimismus ist jedoch der Abschied von jeder Ordnung getreten, es herrscht allenthalben Chaos, Ratlosigkeit Notwendig ist also die politische Neubestimmung allen staatlichen und politischen Handelns und dies ist nur m glich, wenn die Politik selbst neu begriffen wird Diese Neubestimmung zu skizzieren ist das Hauptanliegen der Ausf hrungen von Ulrich Beck....

Title : Die Erfindung des Politischen: Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung (edition suhrkamp)
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ISBN : 9783518117804
ISBN13 : 978-3518117804
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Suhrkamp Verlag Auflage Erstausgabe 30 Mai 1993
Number of Pages : 571 Pages
File Size : 582 KB
Status : Available For Download
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Die Erfindung des Politischen: Zu einer Theorie reflexiver Modernisierung (edition suhrkamp) Reviews

  • None
    2020-02-03 09:41

    Dieses Buch ist zweierlei: Erstens eine sehr gute und prägnante Zusammenfassung von Becks bedeutenstem Buch, der „Risikogesellschaft", und zweitens eine Ausgestaltung der schon in diesem zentralen Werk vorhandenen Idee der „Erfindung des Politischen" Ulrich Beck entwickelt auf dem theoretischen Hintergrund der reflexiven Modernisierung die Notwendigkeit einer radikalen Veränderung der Politik. So wie sie jetzt existiert, ist sie nicht in der Lage die anstehenden gesellschaftlichen Probleme zu lösen. Dazu zählt vor allem die Tatsache, daß mit dem sozialen Wandel in der zweiten, neuen, noch nicht erfaßten Moderne, der herkömmlichen Politik die Grundfeste ihrer Existenz wegbrechen. Beck bezieht sich auf besonders auf die weggebrochene sozialstrukturelle Grundlage des deutschen Parteiensystems und dem Ausgeweiteten Entscheidungs- und Handlungszwang in der zweiten Moderne, der dazu führt, daß die Bürger ihre Belange selber in die Hand nehmen; politische Themen in einem gewissen Sinne basisdemokratisch politisch gemeinschaftsbildend sind. Bürgerbewegungen sind hier das Stichwort. Die herkömmliche Politik will Beck nicht abschaffen, ihr erwachsen neue Aufgaben in der Vertretung der Interessen nachfolgender Generationen, die sich in der Gegenwart noch nicht artikulieren können. Mehr möchte ich dem Inhalt nicht vorgreifen. Es klingt alles ziemlich nach einer Utopie, und genau das soll es auch sein. Beck erhebt dabei den Anspruch, diese Utopie aus den bisherigen Entwicklungen als Möglichkeit herausgefiltert zu haben. Mir fehlt in diesem Buch allerdings eine ausgeprägte empirische Analyse oder auch nur Beschreibung jener sozialen Umstände und Veränderungen, die die dargestellte Utopie tragen könnten oder die ihr entgegen wirken. Hinweise sind sehr allgemein gehalten und es läßt sich nicht entscheiden, in welchem Grad sie empirisch ausgeprägt sind. Diese Einschätzung wird dem Leser und seinem tagespolitischen und zeitgeschichtlichem Wissen überlassen - ein Anspruch, der an den professionellen Soziologen durchaus gestellt sein mag, nicht aber an interessierte Laien. Da Beck nur von einer Möglichen Entwicklung schreibt, lassen seine Sprache und auch seine Begriffe, wie ein wenig auch sein Argumentationsstil an Klarheit und Nachvollziehbarkeit (die sich nur durch Entsprechungen in der Empirie herstellen lassen) vermissen. Aber Beck ist insofern konsequent, als dieses Buch mit diesen Mängeln die hohe Potentialität und Kontingenz, die Vielgestaltbarkeit der Zukunft auch im Ausdruck widerspiegelt. Von einer soziologischen Analyse oder Prognose im wissenschaftlichen Sinne ist der zweite Teil des Buches weit entfernt und mutet etwas seltsam an. Der erste Teil eignet sich hingegen sehr gut, sich die Lektüre der „Risikogesellschaft" zu ersparen, wobei jeder allerdings etwas verpassen würde. Alles in allem ist es ein Buch, nach dem man nicht so genau weiß, was man davon halten soll. Und das ist nicht einmal negativ gemeint.

  • None
    2020-02-06 05:23

    Ulrich Beck stellt in diesem Buch eine Sichtweise auf die Auswirkungen der Globalisierung auf die Politik vor, die nicht gerade Allgemeingut ist. Grundlage dieser Betrachtung ist seine Theorie der Reflexiven Modernisierung, ein Ansatz, den er mit dem britischen Soziologen und Blair-Berater Anthony Giddens teilt. Schlagworte sind "Bastelbiographie", "Risikogesellschaft" und "Nebenfolgen". Dieser Ansatz besagt, daß einfache Modernisierung von stetiger Rationalitätssteigerung geprägt ist, wir heute aber eine vielschichtigere und kompliziertere Art der Modernisierung erleben, in der das Individuum eine noch nie dagewesene Wahlfreiheit, verbunden mit daraus folgenden Entscheidungszwängen, hat, und Nebenfolgen der eigenen Handlungen bedeutender werden als die eigentlich intendierten ; eine Art Modernisierung die die Grundlagen der Gesellschaft langsam aber stetig und in revolutionärer Art wandelt. Das hat natürlich Einfluß auf die Politik. Politik wird nach Beck nicht überhaupt erst erfunden, sondern ist einer konsequenten Metamorphose unterzogen. Becks Ideen sind oft nicht leicht nachvollziehbar. Seine bildhafte und metaphorische Schreibweise verwirren am Anfang, bei weiterer Lektüre gewöhnt man sich daran und stellt fest, daß dieser Stil gut geeignet ist die komplexen und schwierigen Zusammenhänge die Beck versucht herauszuargumentieren auch ohne wissenschaftliche Vorbildung zu verstehen. Man mag gern anderer Meinung sein als Ulrich Beck, die Gegenwartsanalyse aus seinem Blickwinkel sollte man sich dennoch nicht entgehen lassen. Manchmal verworren, aber lesenswert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)