Read Sonnenfinsternis. by John Banville Online

sonnenfinsternis

Pressestimmen Mit Sonnenfinsternis hat Banville einen weiteren bedeutenden und anspruchsvollen Roman geschaffen _Sonnenfinsternis_ ist, was so viele zeitgen ssische Romane nicht sind ein Kunstwerk Observer Banville erzeugt mit seiner poetischen Sprache eine beklemmende Atmosph re Faszinierend ist der wahrhaftige Ton des Romans dpa Eine zeitgen ssische Fabel von eindringlicher Traurigkeit und melancholischer Sch nheit The Sunday Telegraph Eine an literarischen Anspielungen und Zitaten reichen Sprache FAZ Der Verlag ber das Buch Eine zeitgen ssische Fabel von eindringlicher Traurigkeit und melancholischer Sch nheit The Sunday TelegraphAlle Produktbeschreibungen...

Title : Sonnenfinsternis.
Author :
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ISBN : 9783462031355
ISBN13 : 978-3462031355
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : Kiepenheuer Witsch 15 August 2002
Number of Pages : 599 Pages
File Size : 992 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Sonnenfinsternis. Reviews

  • Martin Stauder
    2020-02-08 07:19

    Mein erster Banville - schon auf der ersten Seite Begeisterung. Dieser Roman wird allein wegen seiner wunderbaren bildhaften Sprache zu einem besonderen Leseerlebnis. Eine Sprache die süchtig und trunken macht.Als Schauspieler konnte er in viele Masken schlüpfen, gleichzeitig hat er darum gerungen, sein "authentisches Ich" zu finden, "das sich irgendwo unter den Scherben der entzweigegangenen Masken verborgen" hielt. Während einer Aufführung verlässt Alexander Cleave die Bühne und zieht sich in das Haus seiner verstorbenen Eltern zurück - ein krisengeschüttelter Mann, der Probleme mit seiner streitlustigen Frau hat und sich von seiner Tochter innerlich entfernt hat. Im Haus konfrontiert er sich mit seiner Vergangenheit. Gespenster tauchen auf wie "Verdichtungen der Atmosphäre im Raum": Sein Vater, seine Mutter, seine Tochter. Manchmal kann Cleave nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden - "transzendentales Trunkensein" heißt das bei Banville. Die Geister bringen Cleave schließlich in die Gegenwart zurück. "Ein Schrei, den ich erkenne, wider Willen. Seit langer Zeit schon kommt er auf mich zu, durch die unermessliche Weite des Alls, wie das Licht eines fernen Sterns, einer toten Sonne."Banville kann betörend schön melancholische Stimmungen zeichnen: Die Möwe "stand draußen jenseits der Glasscheibe und riss einfach immer wieder den Schnabel auf,...ohne einen Ton von sich zu geben...es war ein Zeichen des Schmerzes...Auf dem Boden unter dem Fenstersims lag ein totes Möwenjunges."Die Prosa, zart wie ein Aquarell. Ich sage nur: Lesen!

  • Xantippe
    2020-02-24 06:52

    Der Beste Roman John Banvilles, indem er meisterhaft das Spiel von Täuschung und Selbsttäuschung, Identität und Erinnerung spielt. Er glüht vor Atmosphäre und schwebt mit albtraumhafter Sicherheit über tiefe menschliche Abgründe. Es gibt wenige lebende Schriftsteller, die Banville in Sachen Sprachmagie das Wasser reichen können.

  • M. Lehmann-Pape
    2020-02-08 05:02

    Einmal Schauspieler, immer Schauspieler, könnte man sagen.„Ich war es gewohnt, Rollen zu spielen“. So Alexander Cleave, Protagonist und Ich-Erzähler dieses bildkräftigen, sprachverliebten Romans von John Banville.Ein Mann, zunächst ein Rätsel, der anscheinend „mittendrin“ sein aktuelles Engagement hingeworfen hat, der das gemeinsame Heim verlässt („Heißt das, Du verlässt uns?“, fragt seine Frau) um im ehemaligen Elternhaus, leerstehend wirkend, seit Jahren eher am Verfallen, zunächst mit ein wenig Habe seinen Wohnsitz einzunehmen.Doch einerseits nicht ohne Grund geht der ständig mit sich und seinen Beobachtungen beschäftigte Mann seinen Weg (was sich erst fast ganz zum Ende des Romans hin klären wird) und auch nicht unbedingt alleine, wie sich zeigen wird.Denn der erste Eindruck täuscht, das Haus ist gar nicht völlig unbewohnt, ein zunächst ominös wirkender Mann und dessen Tochter halten sich darin auf, wobei jener „Bewohner“, Quirke mit Namen, wie ein Schatten als Gesprächspartner dient.Was allerdings weniger in Form von Dialogen stattfindet, sondern im Gesamten des Romans wie ein einziger, assoziativer, das Leben in seiner Geschichte nachvollziehender und die Gegenwart wie ein Beobachter in ständig taxierendem Monolog Seite für Seite über den Leser hineinbricht.„Bei Quirke hatte ich oft das Gefühl, dass er drauf und dran war……mir etwas Lebenswichtiges mitzuteilen“. So dient Quirke als eine Art Spiegel der eigenen Innerlichkeit, die zu einem bestimmten Durchbruch, einer Form innerer Heilung drängt, lange Zeit von Cleave selbst in seiner ständigen Betrachtung des Außen eher gehindert denn befördert. Einer, der sich nur deklamierend treiben lassen kann in der Hoffnung, dass die innere Erschütterung durch irgendeinen Impuls sich beruhigt und wieder zusammenfügt, was in Unordnung, im Chaos gelandet ist.Und noch jemand begleitet Cleave in dieser Rückschau und Gegenwartsbetrachtung. Eine Art Geist, eher eine Ahnung, denn eine festgefügte Gestalt, obwohl auch dies zum Ende hin dann feste Formen annimmt, Formen, die all dieses Bedenken, erinnern, die teilweise inneren Wirrungen des Mannes erklärt werden wird.„Es war, als ginge jemand lautlos neben mir, oder besser: in mir, genau im gleichen Schritt wie ich, ein anderer, der nicht ich und mir dennoch vertraut war“.Ein Geschehen, dass sich als Sinnsuche eines in sich erschütternden, wankenden Menschen zeigen wird, der allerdings nie anderes getan hat, als Rollen zu spielen und sich so wohl nur über die Sprache und Worte über Worte langsam von außen an sich selbst herantasten kann.Geleitet durch unterbewusste Strömungen.„Nun, da wir zusammen an einem dieser Fenster standen, versuchte ich meiner Frau, meinen Traum zu erklären“.Hier dringt die Suche der Seele zaghaft ans Licht, von einem Traum geleitet, begleitet von handschriftlichen Aufzeichnungen seiner Tochter Cass, selbst bald fieberhaft Notizen verfassend über das, was er sieht, was war, was sein könnte, was hätte geschehen können.„Ha, Freud hätte seine helle Freude“. Ruft es ihm seine Frau hinterher, als er seines Weges zieht und an diesem Satz ist durchaus etwas dran, was zum Verständnis des Romans beiträgt. Weil eben der Mann nicht direkt Zugang zu sich und der Welt findet, weil er nur im Betrachten, analysieren, lamentieren und kopieren von „Stoffen der Welt“ wie in einem Drehbuch sich seiner selbst in konzentrischen Kreisen anzunähern vermag.So erklärt sich auch die körperliche fast Flucht in die Dachkammer, als seine Frau sich nicht her abschütteln lässt in der realen Welt.Was nicht immer einfach für den Leser ist, allen Fäden zu folgen und „den“ roten Faden im Blick zu behalten. Wobei diese innere Logik aber auch nicht das entscheidende bei der Lektüre ist, sondern die reine Sprachkraft Banvilles vor allem den Leser in den Sog der Geschichte zieht. Eine Form ständiger, poetischer, blumiger, bildkräftiger Beschreibungen und Umschreibungen, in denen Banville es meisterhaft versteht, die Distanz zum Leben des Protagonisten einerseits und die drängenden, tiefen Emotionen hinter dieser Distanz andererseits mitzufühlen und mitzuerleben.Und so wird die Reise hinter jenem „da spielt sich ja bloß einer auf“ zu einer literarisch interessanten, sprachlich mitreißenden und am Ende erst absolut verständlichen Innerlichkeit, die den Leser so schnell nicht wieder loslassen wird.

  • A. Wolf
    2020-02-12 03:00

    John Banville, Booker-Prize-Träger und einer der bedeutendsten englischsprachigen Gegenwartsautoren. Einer, der aus der Reihe tanzt, denn im Banville'schen Oeuvre steht nicht das epische Erzählen im Vordergrund, sondern die bisweilen sublime Art und Gestalt seiner Prosa. Er macht die Sprache selbst zum eigentlichen Gegenstand. Metaphernreich ist sie, ungemein wortschöpferisch, ungemein kunstvoll. Doch Banvilles Kritiker werfen ihm nicht zu Unrecht thematische Wiederholungen vor, ebenfalls lässt der Autor häufig psychologisches Gespür vermissen, Handlungslogik bleibt bisweilen auf der Strecke und die Charaktere erscheinen hier und da als goldgestäubte Hohlräume.Ganz anders ist dies im Falle von "Eclipse" (dt. "Sonnenfinsternis"). Alex Cleave, der gescheiterte Schauspieler, zieht sich in ein erinnerungsschwangeres Domizil aus seiner Vergangenheit zurück. Zwischen Traum und Realität beschreibt Cleave eine Welt, die den Leser in große Verunsicherung stürzt: Ist das alles wahr oder sind es bloß Hirngespinste. Banvilles Spiel mit dieser Verunsicherung vermag zu fesseln, während er in enorm dichter und kunstvoller Sprache die Entfremdung des Schauspielers von seiner Frau und der hochbegabten aber psychisch kranken Tochter erläutert. Der melancholische Prozess der Entfremdung, die schemenhaft ist und genau so dargestellt ist, ergibt am Ende der Erzählung ein sehr geschlossenes Bild, mehr als das, ein Gesamtkunstwerk. Traurig, und zwar auf eine faszinierend schöne Weise.Wer behaupten möchte, BANVILLE gelesen zu haben, der sollte "Eclipse" lesen. Leider konnte der Autor in den nachfolgenden Werken nicht mehr die große Klasse aufbringen, die sich in "Eclipse" offenbart. Dieser Roman ist allerdings wirklich ein faszinierendes, suggestives Meisterwerk. Der beste Banville.