Read Der Gefühlscode: Die Entschlüsselung unserer Emotionen by Giovanni Frazzetto Online

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Klug und emotionalSieben Kapitel, sieben Gefhle Ein junger Hirnforscher zeigt anhand von Beispielen, wie weit wir mit der Entschlsselung unserer Gefhle inzwischen gediehen sind Wo die Wissenschaft nicht weiterwei, zieht er Philosophie, Literatur und Kunst zurate Denn das neuronale Knpfwerk einer Emotion ist eine unerschpfliche Quelle des Staunens....

Title : Der Gefühlscode: Die Entschlüsselung unserer Emotionen
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ISBN : 9783423348706
ISBN13 : 978-3423348706
Format Type : EPub
Language : Deutsch
Publisher : dtv Verlagsgesellschaft 22 Januar 2016
Number of Pages : 384 Seiten
File Size : 581 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Gefühlscode: Die Entschlüsselung unserer Emotionen Reviews

  • Diana Kollenda
    2020-02-13 06:58

    Ich kann jedem empfehlen dieses Buch durchzulesen. Giovanni Frazzetto hat es geschafft alltägliches mit spezifischen Grundlagen der Neurowissenschaften zu verbinden.Die Sprache ist einfach gehalten und der Text somit angenehm in Pausen zu lesen. Auch die Einteilung der Kapitel ist gut gelungen. Die vielen einleitenden Überschriften helfen einem schnell in das Erzählte zurück zu finden.Insgesamt ist dieses Buch eine gute Gelegenheit, um die Allgemeinbildung aufzufrischen.Einen Stern Abzug gibt es für die vielen Fehler. Bei der Übersetzung war wohl jemand nachlässig.LG

  • M. Lehmann-Pape
    2020-02-04 08:58

    Thomas Gordon hat in seinen klientenzentrierten Trainings einmal postuliert:„Gefühle sind!“ und Punkt.Sprich, der Mensch hat wenig bis keine Kontrolle über das „sich Ereignen“ seiner Gefühle. Gefühle kommen und gehen und sind, letztlich für eine gesunde Persönlichkeit, einfach „zuzulassen“, unbewertet, denn, auch das stimmt, Gefühle sind ein wesentlicher und wichtiger, vielleicht der wichtigste Ausdruck, die „wichtigste Sprache“ der eigenen Person.Was aber „macht“ Gefühle, woher kommen sie, wohin gehen sie, warum reagieren Menschen so unterschiedlich auf ähnliche Situationen? Kann man, zumindest, wenn schon nicht direkt Einfluss nehmen, dann zumindest „Wissen“ was Gefühle sind, was sie auslöst?Kann man, zumindest sich dieser Frage sehr nah annähern, wenn man dieses Darstellung von Frazzetto liest.Wut, Schuld, Angst, Trauer, Empathie, Freude, Liebe. Das sind die sieben „Grundgefühle“ denen sich Frazzetto sehr grundlegend (und sehr ausführlich auch in den biologischen Methoden beschreibend) nähert. Wobei Frazzetto sich nicht scheut, in bester Weis da, wo die wissenschaftlichen Erläuterungen und Erklärungen an ihre Grenzen stoßen, interdisziplinär „über den Tellerrand“ hinauszuschauen in die Kunst und Philosophie hinein, mithin an jene Orte, an denen Menschen ihre Gefühle sichtbar und für die Nachwelt festgehalten ausdrücken.Ein wichtiges Element für eine gelingende Lektüre bei einem solch auch komplexen Thema ist es dabei, dass Franzzetto durchaus nicht im Abstrakten verbleibt, nicht im luftleeren Raum dem Leser Vorgänge innerhalb des Gehirns nur schildert, sondern viel von sich erzählt, sich selbst quasi als „Anschauungsobjekt“ nutzt, dies dann in Relation zu anderen und deren verschiedenen „Gefühlsreaktionen“ zu setzen versteht und diesem Gesamten dann den wissenschaftlichen und kulturellen „Unterbau“ mit auf den Weg gibt. So ergibt sich eine sehr kurzweilige, in ihrem Fachwissen und den vielen Verästelungen beeindruckende Lektüre für den Leser letztlich über sich selbst, denn alles, was Frazzetto schildert kennt der Leser aus eigenem „Gefühlserleben“ in der ein oder anderen Weise durchaus.Vor allem dann die Kunst dient Frazzetto als Instrument der Interpretation. Denn genauso, wie Naturwissenschaftler in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr der Gehirntätigkeit (und damit der „Chemie der Gefühle“) auf ihre Weise sachlich erforscht und entziffert haben, genauso haben Künstler und ihre Kunstwerke den Menschen Gefühle und deren Interpretationen intuitiv und subjektiv vor Augen geführt.Mit seiner sehr flüssigen Sprache gelingt Frazetto so ein wunderbares Portrait der Grundgefühle. Ebenso, wie er aufzeigt, dass es keine einfachen Antworten und einfachen „Schwarz-Weiß“ Strukturen im Gefühlserleben der Menschen gibt, ebenso bietet er Interpretationen intuitive Zugänge und damit eines tieferen intuitiven Verständnisses des Lesers, was die eigenen Gefühle angeht in diesem beachtenswerten Buch.So gilt, was Frazetto für die „Wut“ formuliert, letztendlich für alle Gefühle:„Ein krudes Gefühl, eine mächtige Kraft, oft nur schwer zu unterdrücken“.Natürlich verbleibt nach der Lektüre, ehrlicherweise, dieses „krude“ der Gefühle im Raum stehen, aber wie gefiltert und erläutert nach den vielen Hinweisen, die Frazzetto aus allen Richtungen dem Leser mit auf den Weg gibt.Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

  • Fuchs Werner T. Dr
    2020-02-08 14:16

    „How We Feel. What Neuroscience Can and Can’t Tell Us About Our Emotions.“ So lautet der Titel der englischen Originalausgabe. Das erwähne ich deshalb, weil Giovanni Frazzetto eben nicht zu den Neurowissenschaftlern gehört, die ihrem Publikum vorgaukeln, Emotionen würden auf einem Code basieren, der sich wie eine DNA entschlüsseln lässt. Und schon allein dadurch hebt sich dieses Buch wohltuend von populärwissenschaftlichen Werken zu diesem Thema ab.Meine Begeisterung für Frazzettos wunderbaren Einblick in menschliche Gefühle hat aber noch andere Gründe. Allen voran seine faszinierenden Ausflüge in die Welt der Kunst. Denn damit unterstreicht er die wichtige Tatsache, dass die Neurowissenschaften den Menschen nicht neu erfinden, sondern lediglich neu beschreiben. Und diese Aussage mir selber so wichtig, dass ich meinem ersten Buch das Goethe-Zitat „Du glaubst zu schieben, und du wirst geschoben“ voranstellte.Was uns schiebt, sind nebst genetischen Veranlagungen vor allem Geschichten aus dem kollektiven Gedächtnis und unserer eigenen Biographie. Weil sich dessen auch Giovanni Frazzetto bewusst ist, reichert er seine wissenschaftlichen Ausführungen in äußerst eleganter Weise mit Erzählungen aus seinem Leben und mit literarischen Ausflügen an.Wie auf Frazzettos Website nachzulesen ist, gehört Literatur zu seinen persönlichen Lieben, wobei dies großzügig auszulegen ist. Denn er verweist nicht nur auf bekannte Romane, Dramen und Gedichte, sondern zieht zur Veranschaulichung seiner Thesen auch Werke bedeutender Philosophen bei. Zudem erlaubt er seinem Publikum überraschende Einblicke in sein eigenes schriftstellerisches Schaffen.Warum der deutsche Titel „Gefühlscode“ in die falsche Richtung führt, zeigt sich besonders klar bei Frazettos Ausführungen zu den Hilfsmitteln, derer sich Neurowissenschaftler bedienen. In keinem anderen Buch dieser Art habe ich eine so differenzierte Einführung in die Funktionsweise eines fMRT-Scanners gelesen. Nebst den Möglichkeiten auch die Grenzen solcher Geräte aufzuzeigen, ist deshalb wichtig, weil Laien das gleiche neurowissenschaftliche Ergebnis als glaubwürdiger betrachten, wenn es durch einen Scan und nicht bloß durch ein traditionelles Balkendiagramm oder vielleicht gar nicht bildlich dargestellt wird. Ein Behauptung, die Giovanni Frazzetto durch eine Studie untermauert, die skeptische Leser dank den ausführlichen Quellenangaben nach jedem Kapitel selber überprüfen können.Als der Autor in einem Interview gefragt wurde, welches sein persönliches Lieblingskapitel sein, antwortete er verschmitzt: „Natürlich das über die Liebe. Daher habe ich es an den Schluss gesetzt.“ Auf diesen dramaturgischen Kunstgriff hätte ein Autor wie Giovanni Frazzetto sogar verzichten können, ist doch sein Buch auf keiner Seite langweilig. Und für Spannung sorgt nicht zuletzt eine Klarheit, die Fehlentwicklungen beim Namen nennt, Eulenspiegeleien entlarvt, Wunschträume platzen lässt, Scharlatane vorführt oder Agenturen für Online-Dating ärgert.Zu den weiteren Besonderheiten dieses leicht lesbaren Buches über die faszinierende Welt unserer Gefühle gehört die Auswahl der zitierten Studien und Experimente. Denn bei Giovanni Frazzetto stößt der Leser höchst selten auf Geschichten, die bereits so häufig abgedruckt wurden, dass man sie nicht mehr hören mag. Wer glaubt, schon alles über Spiegelneuronen, Serotonin-Aufheller, Phobien oder Hirnhälften zu wissen, wird schon nach den ersten Seiten feststellen, dass er sich gründlich geirrt hat. Und er wird auch zur Ansicht gelangen, dass es tatsächlich Sinn macht, zwischen Emotionen und Gefühlen zu unterscheiden.Mein Fazit: Der in Sizilien geborene Giovanni Frazzetto hat ein Buch über die menschliche Gefühlswelt geschrieben, das mich in jeder Beziehung begeistert. Da er wissenschaftliche Erkenntnisse geschickt mit Geschichten aus dem kulturellen Gedächtnis und persönlichen Erlebnissen verbinden, kann er auf verfälschende populärwissenschaftliche Verkürzungen verzichten. Sehr viel unterhaltsamer lässt sich der gegenwärtige Stand neurowissenschaftlicher Ergebnisse wohl kaum vermitteln. Und kein Leser wird es Giovanni Frazzetto übel nehmen, dass er den Gefühlscode nicht knackte.