Read Das Evangelium des Verräters: Judas und der Kampf um das wahre Christentum by Elaine Pagels Online

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War Judas gar kein Verrter Das 2006 verffentlichte Evangelium des Judas erregte weltweit Aufsehen Judas erscheint hier als der Lieblingsjnger Jesu Den zahlreichen Spekulationen um den rtselhaften Text setzen die bekannten Expertinnen Elaine Pagels und Karen L King eine serise, zugleich spannende Darstellung entgegen und zeichnen das eindrucksvolle Bild eines frhen Christentums, das von harten Glaubenskmpfen, schillernden Experimenten und zutiefst menschlichen Leidenschaften geprgt war....

Title : Das Evangelium des Verräters: Judas und der Kampf um das wahre Christentum
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ISBN : 342334654X
ISBN13 : 978-3423346542
Format Type : Hardback
Language : Deutsch
Publisher : dtv Verlagsgesellschaft 1 April 2011
Number of Pages : 208 Seiten
File Size : 678 KB
Status : Available For Download
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Das Evangelium des Verräters: Judas und der Kampf um das wahre Christentum Reviews

  • Ursula Menzel
    2020-01-24 02:02

    In der Bibel wird Judas in ein schlechtes Licht gerückt, da er Jesus an seine Verfolger verriet. Erstaunlicher Weise wird er hier aus einer weit besseren Perspektive beleuchtet. Er war der Lieblingsjünger, der die Botschaft Jesu erkannt hat. So war der sogenannte Verrat eine mit Jesus abgesprochen Sache. Danke an die Autoren, welche die bei Nag Hammadi gefundenen Schriften sicher in mühevoller Kleinarbeit gedeutet und dem Publikum zugänglich gemacht haben. Warum ist das in der Bibel nicht erwähnt? Sage sie nur die halbe Wahrheit?

  • Amazon Kunde
    2020-02-03 01:07

    Meine Erwartungen an das Buch waren zu hoch. Es wird viel um den heißen Brei geredet und am Ende ist man nicht viel schlauer als zuvor

  • Wolfgang W.
    2020-01-25 04:53

    Diese Schrift zeigt wie die Urchristen um die Wahrheit rangen und welche Ideen sie hatten. Wirklich schön zu lesen und anregend für eigene Ideen. Sollte in keiner christlichen Bibliothek fehlen.

  • Zwerg Zwetschge
    2020-02-16 07:18

    Drei faszinierende Themen werden in diesem Buch berührt. Erst einmal hat man es mit der ambivalenten Figur des Judas Ischariot, dem 12. Jünger Jesu, der auch als sein Verräter bekannt ist, zu tun, dann mit den Apokryphen und im dritten mit der mythenumwobenen Zeit des frühen Christentums.In diesem Buch wird anhand des neu aufgefundenen Judas-Evangeliums die Stellung des Judas neu, oder besser gesagt, für uns heute anders als gewohnt, definiert. Jesus verrät Judas die Geheimnisse des künftigen Gottesreichs, die Erlösungsgeschichte kann allerdings erst durch den Verrat initiiert werden.Im Buch wird auch deutlich, dass von der oft kolportierten Einheitlichkeit und Brüderlichkeit früher Christengemeinden, des sprichwörtlichen Urchristentums, keine Rede sein kann. Hier herrschten oft Streit und Missgunst. Machtpolitische Erwägungen entschieden teils darüber, was geglaubt werden sollte (und bis heute geglaubt wird). Besonders interessant ist hier auch die Frage, die sich damals stellte, ob ein Märtyrertod Gottes Wille und wünschenswert sei und sich nur auf diese Weise wirklich das Leben Christi nachvollziehen ließe. - Was zu erbitterten Debatten führte.Die apokryphen Schriften sind frühchristliche Texte, die aus verschiedenen Gründen nicht in den offiziellen Kanon der Bibel aufgenommen wurden. Einige, wie das hier vorliegende Judas-Evangelium waren sogar über Jahrhunderte verschollen. Die Apokryphen sind aus diesem Grund oft mit einem Hauch des Geheimnisvollen umgeben – vielleicht enthalten sie andere Wahrheiten als den Kirchenvätern recht war.. Das Judas-Evangelium jedenfalls wurde bereits von Kirchenvater Irenäus um 180 n. Chr. erwähnt. Dieser verurteilte es, eben weil Judas in diesem Evangelium als Lieblingsjünger Jesu und Erfüllungsgehilfe des göttlichen Plans dargestellt wird. Das Evangelium ist, um Missverständnissen vorzubeugen, nicht von Judas selbst verfasst, sondern entstand offenbar im Umfeld einer frühchristlich-gnostischen Abspaltung.1978 wurden in Ägypten Papyri gefunden, die in koptischer Sprache dieses „Evangelium des Judas“ enthielten. Teilweise sind die Papyri durch unsachgemäße Lagerung beschädigt worden, so dass auch im Buch der vollständige Text nicht enthalten sein kann. Die Übersetzung (von Kasser et al.) , die sich in diesem Buch befindet, gilt (soviel nur als Anmerkung) auch als umstritten.Als Laie ist man erst einmal fasziniert von der Tatsache, der Existenz eines Judas-Evangeliums, da es schon als etwas wirkt, was nicht unbedingt zusammenpasst. Die Geschichte des frühen Christentums und die Wiederentdeckung eines Papyrus aus dieser Zeit rufen sofort Interesse hervor – auch bei Leuten, die sich vielleicht mit Theologie wenig auskennen oder beschäftigt haben – das Buch ist allerdings als Einführung in diesen komplexen Themenbereich wenig geeignet, ein paar Kenntnisse sollte man mitbringen. Begriffe wie Gnostik oder Namen wie Augustinus oder Irenäus sollten nicht völlig unbekannt sein. Manchmal scheint mir persönlich das Buch auch etwas vom typischen Stil von Predigten und Glaubensauslegungen mitbekommen zu haben, manche Darstellungen gehen sehr ins Detail, was natürlich wissenschaftlich schon notwendig sein kann, manchmal aber etwas das Verfolgen der Gedanken der Autorinnen erschwert. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch was ja vor allem am Anfang sehr anziehend wirkt, doch irgendwann enttäuscht oder eingeschüchtert aus der Hand gelegt wird.Das Judas-Evangelium selbst ist natürlich auch im erhaltenen Text vollständig im Buch. Zu viel will ich an dieser Stelle nicht verraten; der Text ist relativ kurz, teilweise schwer zu erschließen und es ist tendenziell eher ein wütender Text. Der umfangreiche Kommentar im Anhang kann hier aber einiges erhellen.Fazit: Kein Buch zum Nebenbeilesen, man muss damit arbeiten und ggf. auch zusätzliche Quellen zu Rate ziehen. Es handelt sich um eine bewegte Zeit, hierzu werden veränderte Blickwinkel durchaus ermöglicht. Völlig neue Dinge beinhaltet das Buch aber nicht wirklich. Ich denke, es sollte sich v.a. an Fachleute und interessierte Laien wenden. „Verschwörungstheoretiker“ kommen vielleicht weniger auf ihre Kosten. Hinzukommt, dass die Übersetzung zur Zeit offenbar umstritten ist. Das ist eine spannende Angelegenheit, bei der sich sicher erst im Laufe der Jahre zeigen wird, wo der Wert des Buches einzuordnen ist.

  • Winfried Stanzick
    2020-02-09 06:06

    Schon lange hatte man vermutet, dass es ein Judasevangelium geben müsse, vor allem durch die Hinweise seiner frühchristlichen Kritiker. 1978 endlich wurde es überraschend in Mittelägypten gefunden. Doch erst 2002 durften die Wissenschaftler sich mit dem zerbröselnden Codex befassen. Das taten sie dann sehr intensiv und so konnte 2006 eine erste Übersetzung veröffentlicht werden. Sie wurde damals vom Sender National Geographic weltweit im Fernsehen übertragen und erregte einiges Aufsehen, wird doch in diesem Evangelium Judas Ischariot, der Jesus nach den Überlieferungen des Neuen Testamentes für 30 Silberlinge verriet zu d e m Lieblingsjünger Jesu, der in einer Art Geheimwissen allein die wahre Bestimmung seines Herrn und Meisters Jesus kennt.Natürlich haben sich insbesondere in den USA sofort zahlreiche Verschwörungstheoretiker und Esoteriker auf das Evangelium gestürzt und es für ihre jeweiligen Interessen zu instrumentalisieren versucht.Elaine Pagels, die einem deutschen theologisch interessierten Publikum schon seit ihrem 1987 bei Suhrkamp veröffentlichen Buch Versuchung durch Erkenntnis. Die gnostischen Evangelien" bekannt gewordene Religionswissenschaftlerin hat nun zusammen mit der Kirchenhistorikerin Karen L.King zum ersten Mal eine Ausgabe des Judasevangeliums vorgelegt und sie um einen ausführlichen Kommentar ergänzt. Besonders lesenswert auch für ein theologisches Laienpublikum, aber auch für jeden Berufstheologen erhellend und informativ ist ihre kirchen- und religionsgeschichtliche Einführung unter dem Titel Das Evangelium des Verräters", das auch dem ganzen Buch seinen Namen gab.Wie in keiner anderen uns heute bekannten Schrift des frühen Christentums", schreibt Elaine Pagels in ihrem Vorwort, spürt man im Judasevangelium diese schmerzliche Leidenschaft und Wut, wie sie manche Christen angesichts des grausamen Todes ihrer Angehörigen und Freunde empfunden haben müssen: die qualvolle Hinrichtung durch die römischen Behörden. Diese Wut richtete sich jedoch weniger gegen die Römer als gegen die eigenen christlichen Führer, die die Christen aufforderten, das Martyrium als gottgewollt auf sich zu nehmen, gleichsam als benötigte Gott diese gemarterten Körper zu seinem Ruhm. Und wir spüren in diesem Text die instinktive Weigerung einen solchen Gott anzubeten."Man kann sich vorstellen, warum dieses Evangelium von den schließlich im Glaubensstreit des frühen Christentums siegreichen Theologen so vehement bekämpft wurde: die totale Infragesellung des Todes Christi als Opfer und die Ablehnung der Sinnhaftigkeit des Martyriums legen die Hand an die gerade sich bildenden dogmatischen Fundamente des Christentums. Erst in der Neuzeit wurde, vor allem durch die feministische Theologie diese Opfertheologie wieder stark in Frage gestellt.Die beiden Autorinnen vertreten eine differenzierte Haltung und kommen zu folgender vorläufigen Bewertung:Schriften wie das Judasevangelium gehören nicht in den Kanon, sie gehören aber auch nicht aus dem Bewusstsein getilgt. Ihr Platz ist vielmehr in der Geschichte des Christentums, wie wir versucht haben zu zeigen. Viele dieser Texte sind jedoch zugleich Teil einer Literatur der spirituellen Erneuerung, die von Christen vor mehr als tausendfünfhundert Jahren geschrieben, gelesen, in Umlauf gebracht und geliebt wurden. Diese Texte faszinieren uns bis heute. Schließlich gelangt auch der Verfasser des Judasevangeliums über seinen Zorn hinaus zur Offenbarung -wenn beispielsweise Jesus die Jünger auffordert , ,den vollkommenen Menschen hervorzubringen' und dem Judas das strahlende, von Gottes Liebe erleuchtete Reich des Geistes offenbart. Die Erforschung dieser Texte bereichert also nicht nur unsere Kenntnis von Vergangenheit und Gegenwart, sie eröffnet uns auch Perspektiven, die sehr viel breiter gefächert sind, als uns der überlieferte Kanon glauben machen will."Ein für Theologen und interessierte Laien gleichermaßen empfehlens- und lesenswertes Buch, das in der Lage ist, die Diskussion um die Bedeutung von Jesu Tod zu bereichern und ggf. zuzuspitzen.Ob es wirklich glaubhaft und plausibel ist, dass Jesus seinen eigenen Opfertod selbst herausgefordert hat, weil er Judas zum Verrat sozusagen anstiftete, sei hier dahingestellt. Weitere Forschungen werden zeigen, welche Rolle das neu entdeckte Judasevangelium in der frühchristlichen Literatur, der Kanonbildung und der Dogmen- und Apologiegeschichte gespielt hat.Höchste Anerkennung gebührt den beiden Autorinnen für die Präsentation eines ansonsten nur den Fachleuten vorbehaltenen Themas für ein breites, interessiertes Publikum. Professionelle Theologen, die im Verkündigungs-und Predigtdienst stehen, können mit diesem Buch ihre eigene Passionstheologie einer erneuten Prüfung unterziehen.