Read Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar by Wolfram Huschke Online

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Seit 50 Jahren tr gt die Hochschule f r Musik Franz Liszt Weimar, die im Jahre 1872 als Gro herzogliche Orchesterschule gegr ndet und 1930 zur Landesmusikschule erhoben wurde, den Namen ihres bervaters Mit diesem Jubil um in 2006 liegt ein willkommener Anlass vor, nun erstmals eine grundlegende Darstellung der Bildungsst tte zu pr sentieren Insbesondere die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts die Zeit des Nationalsozialismus, die Jahrzehnte der DDR und die Entwicklung seit dem Mauerfall wird anhand der Quellen dargestellt und kritisch betrachtet F r die 1990er Jahre kann der Autor zudem, aufgrund seiner eigenen Erfahrungen, die Ereignisse aus der Sicht des teilnehmenden Beobachters rekonstruieren Eindrucksvoll zeigt das Buch die Ver nderungen der Musikhochschule und ihre Anpassungsf higkeit an ideelle und materielle Rahmenbedingen, ohne dabei die eigene Identit t aufzugeben F r Mitarbeiter und Studierende gleicherma en stand stets die Musik und deren Zukunft im Zentrum ihres Strebens Daher werden besonders die handelnden Personen und individuellen Leistungen, die k nstlerischen Fragen und Projekte in die vorliegende Darstellung einbezogen....

Title : Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar
Author :
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ISBN : 3412309052
ISBN13 : 978-3412309053
Format Type : PDF
Language : Deutsch
Publisher : B hlau K ln Auflage 1., 1 Juni 2006
Number of Pages : 372 Pages
File Size : 985 KB
Status : Available For Download
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Zukunft Musik. Eine Geschichte der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar Reviews

  • Bauer
    2020-03-01 01:02

    Auszüge aus Michael Eckardts Sammelrezension "Weimar als Hochschulstadt" im 'Jahrbuch für Universitätsgeschichte' 10(2007): 279-281."Weimar als Ort von Hochschulgeschichte bezieht sich bisher fast immer auf die kurze Geschichte des Weimarer Bauhauses, der legendären Kunst- und Architekturhochschule der Jahre 1919 bis 1925. Dabei kann Weimar als Ort von höherer Bildung auf eine gewachsene, allerdings auch von Brüchen gekennzeichnete Tradition zurückblicken, die ihre Wurzeln im aufgeklärten Absolutismus des 18. Jahrhunderts hatte, ihre institutionell-akademische Verankerung aber erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr. Mit der Geschichte der diese Entwicklungen maßgeblich tragenden Institutionen ' der heutigen Hochschule für Musik FRANZ LISZT (HfM) und der Bauhaus-Universität (BU) ' beschäftigen sich die vorliegenden Publikationen. Trotz des übergeordenten Gegenstandes der Hochschulhistoriographie demonstrieren sie vier völlig unterschiedliche Herangehensweisen an dieses Vorhaben. In den die Musikhochschule behandelnden Bänden zeichnet deren ehemaliger Rektor, der Musikwissenschaftler Wolfram Huschke, chronologisch die Geschichte einer Bildungsinstitution im Wandel der Zeiten nach. Sein langjähriger Kollege Reinhard Schau, ehemalige Leiter der Opernschule bzw. des Studiotheaters der HfM, wählte das Weimarer Sommerschloß 'Belvedere', an dem zunächst eher beiläufig, dann aber immer zielgerichteter der pädagogische Auftrag zur 'Menschenbildung' an einem der prominentesten Orte Weimars nachgegangen wurde. (...)Die Bände zur Musikhochschule treten nicht etwa gegen einander als Konkurrenten auf, vielmehr als sich kongenial ergänzende Partner, was durch die gemeinsame Entstehungszeit der Manuskripte und die vielfältige gegenseitige Bezugnahme der Verfasser deutlich wird. Reinhard Schau spannt dabei den Bogen von der durch die Weimarer Herzogin Anna Amalia initiierten Prinzenerziehung durch Christoph Martin Wieland, dem mißglückten Versuch einer Akademie künftiger Staatsmänner durch den zeitweiligen Präsidenten der revolutionären französischen Nationalversammlung Jean Josèphe Mounier, über den Prinzenerzieher des 'Silbernen Zeitalters' in Weimar Frédéric Soret bis zum eher marginalen Verhältnis der 'Großherzoglichen Kunstschule' zu Belvedere. Der eigentliche Beginn der Geschichte der Musikhochschule fällt in die Zeit des Nationalsozialismus, die in Thüringen mit der ersten Regierungsbeteiligung der NSDAP bereits im Jahre 1929 begann. Vorangegangen waren die Gründungsidee des Jahres 1849 unter der Aegide des Übervaters Franz Liszt, die Stationen Musik-, Orchester-, Opernschule der Jahre 1872-1902, ab 1902 die 'Großherzogliche Musikschule' als regionales Konservatorium, eine Phase der Existenzkonsolidierung nach dem Ersten Weltkrieg, die in eine Selbstfindungsperiode der Jahre 1924-1930 mündete, mit der die Ära von Bruno Hinze-Reinhold als Direktor der Musikschule endgültig ausklang.Die unerwartet schnelle Statuserhöhung im Juni 1930 zur 'Staatlichen Hochschule für Musik zu Weimar' war ein Erfolg der stetigen Bemühungen von Hinze-Reinhold, welcher die Lehre seiner Anstalt in Abstimmung mit anderen deutschen Musik(hoch)schulen auf Hochschulniveau gebracht hatte. Die Gründe des Erfolgs waren aber auch politischer Natur, denn parallel zur Zerschlagung der Bauhaus-Nachfolgehochschule war hier für die Landesregierung ohne Kosten Zustimmung und Renommee zu gewinnen. Im Gegensatz zum Bauhaus war die Anstalt nie aufgefallen, zudem paßte sie gut zur neuen kulturpolitischen Linie. Dafür erfolgte eine belohnende Statuserhöhung für die neuen Sachwalter 'großer deutscher Musik'.Ab 1930 folgten sechs Jahrzehnte Diktaturerfahrung an der Weimarer Musikhochschule. Zunächst unter Direktor Felix Oberborbeck als 'musisch bewegtem' NS-Hochschulführer, damit einhergehend der Aufbau des Reichsmusikzuges der HJ, Lehrgänge für Volks- und Jugendmusikleiter, aber auch eine Tendenz zur Verschulung, die bereits 1936 zur Infragestellung und Anfang 1942 schließlich zur Aberkennung des Hochschulstatus' führte. Einzig 'Fachschulqualität' mochte das Reichserziehungsministerium der Weimarer Anstalt 1942 noch zusprechen und mahnte dringende Strukturveränderungen an. Erst 1944 waren diese Querelen endgültig beendet und der Status wiedererrungen. Die neue Struktur der Weimarer Anstalt seit 1943 war demnach dreigliedrig: Hoch-, Fach- und Orchesterschule, ergänzt um ein Seminar für Musikerzieher der Hitler-Jugend. Vor allem die Unterstützung des Reichsmusikzuges der HJ durch die Gauleitung verhinderte die kriegsbedingte Schließung der Musikhochschule. Erst der Einmarsch der US-Armee am 13. April 1945 beendete die Arbeitsfähigkeit des Kollegiums und den Unterricht für die verbliebenen 200 Schüler.Nach Kriegsende wurde die Hochschule erst am 10. Mai 1946 offiziell wiedereröffnet. Eine Entnazifizierung wurde durchgeführt, 'die antifaschistisch-demokratische Entwicklung' gerierte sich jedoch schon bald als eine neue Art politisch-ideologischer Gleichrichtung. Neuland wurde mit der Gründung des 'Deutschen Theater-Instituts' (DTI) auf Schloß Belvedere betreten, welches nach der Stanislawski-Methode Schauspieler ausbildete. Im Kampf zwischen den theoretischen Postulaten eines Theaters des Erlebens (Stanislawski) und dem Theater des Darstellens (Brecht) geriet das DTI in eine Krise, welche nur durch dessen Übersiedlung nach Leipzig lösbar erschien. Auf Belvedere richtete man 1953 eine 'Fachgrundschule für Musik' ein, die sich um die Nachwuchsgewinnung für die Musikhochschule bemühte, eine Aufgabe, die nach der politischen Umgestaltung 1989/90 vom Nachfolger der Spezialschule das 'Musikgymnasium Schloß Belvedere' in geistiger und örtlicher Identität fortsetzte. Bis dahin über- bzw. durchlebte die Musikhochschule u. a. sechs 'DDR-Direktoren', die Einführung des marxistisch-leninistischen Grundlagenstudiums, politisch motivierte Exmatrikulationen im Nachgang des 17. Juni 1953, aber auch die 1956 erfolgte Namensgebung 'Franz Liszt' als ultimative Identitätsstiftung, die Einrichtung des internationalen Musikseminars ab 1961 und die friedliche Revolution hin zur demokratischen Hochschule um 1989/90 als Folge der jahrzehntelangen Erosion der DDR auf allen Ebenen.Die Entwicklung der Musikhochschule bzw. der Opernschule der HfM Jahre seit 1990 bis zur Gegenwart vermitteln sowohl Huschke als auch Schau dem Leser als Zeitzeugenberichte. Von nun an lenkte ein frei gewählter Rektor die Geschicke der Hochschule. Neue Strukturen und Studiengänge wurden eingerichtet, die bisherigen 'beispielhaften Studienbedingungen' vom Wissenschaftsrat ausdrücklich gelobt und im Evaluationsverfahren berücksichtigt. Alte Räumlichkeiten wurden saniert, neue hinzugewonnen, Finanzkrisen des Freistaates Thüringen durchstanden, die überzogenen Empfehlungen des Wissenschaftsrates der Realität des Bundeslandes angepaßt, das 'Juwel der Thüringer Hochschullandschaft' zum Glänzen gebracht. (...)Vor allem der erzählenden Darstellung von Reinhard Schau merkt man an, mit wieviel 'Herzblut' der ehemalige Hochschullehrer einen Teil der Geschichte 'seiner' Hochschule und auch einen Teil seiner eigenen Biographie zu Papier gebracht hat. Der als Kompendium zur Hochschulgeschichte gedachte Band von Wolfram Huschke kommt entsprechend nüchterner daher. Ein ausführliches Register mit Personen- und Quellenverzeichnis ermöglicht da anschließende Forschungen, wo Reinhard Schau auf persönliche Erinnerungen und unzählige Zeitzeugenbefragungen zurückgreifen mußte. Die Zeitzeugen- bzw. Akteursperspektive bringt notwendiger Weise auch einige 'blinde Flecken' hervor. Als ehemaliger Rektor umschreibt Huschke nachsichtig das 'Hinstolpern zur Hochschule 1927-1930', zeigt sich jedoch verwundert, warum der HfM das Promotionsrecht (ausschließlich für das Fach Musikpädagogik, wobei die Abteilung Erziehungswissenschaft seit Januar 1990 schon nicht mehr existierte) zur DDR-Zeit verweigert und erst mit dem Geist der 'Wende' im August 1990 verliehen wurde. Hier offenbart sich am deutlichsten der Zwiespalt von Selbstanspruch und Außenperspektive. In der Bildungslandschaft Thüringens wird die HfM in erster Linie als künstlerische und nicht als wissenschaftliche Hochschule wahrgenommen. Welches Dasein die Musikwissenschaft an der HfM wirklich führt, läßt man sich besser von Hauptfachstudenten erläutern, am besten von jenen, die zu allem Übel auch noch das völlig amusische Fach Kulturmanagement als Nebenfach gewählt haben. Der propagierte Anspruch, Thüringen als eine Hochschullandschaft zu betrachten, mißlingt bereits bei Weimar-internen Vergleichen, wobei die Bauhaus-Universität dem Studenten eine Vorstellung davon vermittelt, wie geordnete akademische Verfahrensabläufe aussehen können. Die familiäre HfM karikiert dies mit hemdsärmligem Verwaltungshandeln sowie aberwitzigem Hierarchie- und Kompetenzgerangel ' und das bei nicht mehr als 650 Studenten. An dieser Stelle kommt die historisch fundierte und zukunftsorientierte, aber zwischen den Zeilen eben doch als 'Festschrift' angelegte Studie an ihre Grenzen, da sie die Perspektive 'von unten' auf die Gegenwart, also aus Sicht der Studenten, vollkommen an den Rand drängt. Unbedingten Respekt verdient sich der Verfasser wiederum dadurch, als damaliger Rektor die Gründung eines Hochschularchivs initiert zu haben, welches 'wilde' Kassationen wie zu Zeiten der 'Wende' unmöglich gemacht und damit bildungshistorischen Forschungen über die HfM eine Grundlage gegeben hat."