Read Der Deutsche Orden: Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte by Hartmut Boockmann Online

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Die Geschichte des Deutschen Ordens, der das Geschichtsbild nachhaltig prgte und auf den sich letztlich die preuische Staatsideologie grndete, steht im Mittelpunkt dieses Buches Neben der Schilderung der Anfnge in Palstina skizziert Boockmann auch die auerpreuische und nachmittelalterliche Entwicklung des Ordens....

Title : Der Deutsche Orden: Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte
Author :
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ISBN : 340638174X
ISBN13 : 978-3406381744
Format Type : Hardcover
Language : Deutsch
Publisher : C.H.Beck Auflage 5 8 November 2012
Number of Pages : 494 Pages
File Size : 769 KB
Status : Available For Download
Last checked : 21 Minutes ago!

Der Deutsche Orden: Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte Reviews

  • timediver®
    2020-02-13 00:30

    "Sie wollen zum Hochmeister? Dann klingeln Sie mal gegenüber beim Hochmeisteramt....."....diese Auskunft erhielt timediver® im Mai 2009 von einer netten Museumswärterin der Schatzkammer in der Wiener Singerstrasse 7, wo sich seit 1809 das Deutschordenshaus befindet. Man öffnete mir zwar die Tür, ließ mich jedoch nicht zum Magister Supremus des Ordo Teutonicus vor. Der Besuch des Ordenshauses markierte das Ziel meines langen Weges auf den Spuren des "Ordo fratrum domus Sanctae Mariae Teutonicorum Ierosolimitanorum", der 1982 in Jerusalem begonnen hatte und mich über die einstigen Hochmeistersitze Akkon, Venedig, Marienburg, Königsberg und Bad Mergentheim schließlich nach Wien geführt hatte.Während die ersten vier Auflagen des wissenschaftlichen Standardwerkes von Prof. Dr. Hartmut Boockmann (1934 - 1998) in den Jahren 1981 bis 1994 publiziert worden waren, sollte sich der Münchener C.H.Beck Verlag für die Veröffentlichung der 5. Auflage über 18 Jahre Zeit lassen. Das Buch war lange "vergriffen", umso erfreulicher, dass es im November 2012 erneut herausgeben wurde. Man könnte sagen, dass das spätere Curriculum Vitae des Mediävisten Boockmann bereits durch seinen Geburtsort prädestiniert wurde. Er wurde im damaligen Westpreußen gelegenen Marienburg (Malbork), dem einstigen Hochmeistersitz des Deutschen Ordens geboren. Seine zahlreichen Publikation haben die mittelalterliche Geschichte Deutschlands, Polens und Litauens, mit ihrem Kumulationspunkt, dem Ordensstaat in Preußen zum Gegenstand.Gegenüber anderen Publikation mit dem selben Titeln wie "" von Wolfgang Sonthofen und "" von Dr. Sarnowsky erhebt Prof. Dr. Boockmann bei seiner Abhandlung von vorneherein keinen Anspruch darauf, die komplette Geschichte des Ordens darstellen zu wollen. Dies wird bereits durch den Untertitel "Zwölf Kapitel aus seiner Geschichte" deutlich gemacht, die von Boockmann auf 254 Seiten selektiv zusammengestellt wurden. Den Anfängen des Ordens wurde zwar nur das erste Kapitel gewidmet, der Leser erfährt jedoch interessante Details, z. B. worauf die Feindschaft zum Templerorden beruhte. In den nachfolgenden Kapitel konzentriert sich der Autor vornehmlich auf das Gebiet des späteren Ordensstaates in Preußen und die damit verbundenen Vorgänge. Während der erste Versuch zur Gründung eines Ordensstaates im Siebenbürgischen Burzenland nur knapp gestreift wird, wird auf den Vorläufer des Deutschen Ordens, die "Fratribus militiae Christi in Prussia" (Orden von Dobrin) näher eingegangen. Die verbliebenen 35 Ritter des "Pruscy Rycerze Chrystusowi" wurden 1234 in den OT eingegliedert. Beinahe vollkommen ausgeklammert wird der bereits 1203 gegründete "Schwertbrüderorden" (Fratres miliciae Christi de Livonia), der aufgrund päpstlicher Weisung mit der Union von Viterbo 1237 dem Deutschen Orden inkorporiert, und dadurch als "Meistertum Livland" zum zweiten Kerngebiet des Ordensstaates wurde. Dass der livländische Ordenszweig, nach dem Übertritt des Hochmeisters Albrecht I. zum Protestantismus und die Schaffung eines erblichen Herzogtums, den preußischen noch um 36 Jahre überdauerte, war für den Autor jedoch kein Thema.Zu den Materialien im Anhang gehören eine jeweils eine Karte "Entstehung der Deutschordensballeien im Reich" und "Preußens um 1400", ein Personen- und Ortsnamensregister sowie eine "Hochmeisterliste", die zusammen einmal mehr den Inhalt des Buches deutlich machen. Die nicht nummerierte Liste der Ordenshochmeister lässt neben den ersten fünf Oberen der Hospitalbruderschaft auch den seit 2000 amtierenden, 65. Hochmeister, den Südtiroler Dr. Bruno Blatter sowie eine Differenzierung in Hoch- und Deutschmeister (1527) und Hochmeister des Klerikalen Ordens (ab 1923) vermissen.Ebenso fehlt eine Liste der "Landmeister von Preußen" (ab 1229), ein Amt das 1324 mit dem des Hochmeisters vereint wurde, eine Liste der "Deutschmeister" (ab 1219) sowie eine Liste der "Landmeister von Livland" und eine Karte der nördlich von Preußen gelegenen Ordensgebiete. Demgegenüber hätte man sich die 24seitige Fotostrecke mit alten Schwarzweißbildern sparen können.Die Konzentration auf die Ordensgeschichte in Preußen geht in Ordnung, müsste jedoch auch wegen der Vernachlässigung anderer, wichtiger Bereiche auch im Buchtitel deutlicher erkennbar sein.

  • M. Lehmann-Pape
    2020-02-10 02:39

    Wo einem in Deutschland die Bezeichnung „Deutsches 'Haus“ begegnet und das entsprechende Gebäude diesen Beinamen von alters her führt, dort trifft man auf bis heute vorhandene Spuren des „Deutschen Ordens“. Und das ist vielfach und an vielen verschiedenen Orten der Fall. Zeichen einer Ausbreitung und Machtfülle des Deutschen Ordens, die bis heute ihre Spuren hinterlassen hat.Nicht nur bei solchen Gebäuden hat der Deutsche Orden seine Spuren hinterlassen. So, wie die Ordensgeschichte umgeben ist von Mythen und Legenden, ist es ein fundiertes und sachlich orientiertes Anliegen des Autors, anhand der realen Spuren die Geschichte des Ordens ebenso sachlich nachzuvollziehen und von einer Vielzahl an Legenden und Mythen dabei durchaus zu entkleiden. Dies übrigens, ohne der Historie Faszination zu nehmen, denn hoch interessant liest sich dieses Kapitel deutscher „Rittergeschichte“, einer Geschichte von Verbindungen über die Zeiten hinweg bis in die Gegenwart hinein und ein wichtiger und einflussreicher Faktor der Staatenbildung in Deutschland ab dem späten Mittelalter.Eine Geschichte voller Nimbus. Nicht ohne innere und äußere Gründe hat so unter anderem Wilhelm der II. oft die Nähe zu symbolträchtigen Orten, vor allem der Marienburg, der „Hochmeisterresidenz“ gesucht. Ebenso, wie Hitler das Gebäude mit (unguter) Symbolik wiederum nutzte und in Teilen neu füllte durch die Wahl der Marienburg als Ort der jährlichen Aufnahme der „Neuen“ in das nationalsozialistische Jungvolk.Geründet als jüngster der Ritterorden der Kreuzfahrer hat der Deutsche Orden nach dem „Verlust des Heiligen Landes“ 1291 sich konsequent im Mittelpunkt seiner damaligen Machtzentrale angesiedelt, in Preußen. Hier begann eine Entwicklung, die sich im Lauf der Zeiten zu einer Form von „Staat“ entwickelte (Deutschordenstaat) und vielfach eingebunden war in die „weltlichen“ Staats- und Machtbelange der jeweiligen Zeit. Eine Entwicklung, die im Buch folgerichtige und in ihren einzelnen Stationen nachzulesen ist.Vom 12 Jahrhundert bis zur Gegenwart, vom „Heiligen Land“ über Preußen, Polen, Litauen und dem ganzen ehemaligen deutschen Reichsgebiet reicht die Geschichte des Ordens, die somit nicht leicht zu fassen und zu bündeln ist.So wählt Boockmann den Weg, den Schwerpunkt auf die preußische Geschichte des Ordens zu legen. Wohlweislich allerdings ignoriert er dabei nicht die Wechselbeziehungen zu anderen Landstrichen und Entwicklungen und löst so in seiner Darstellung die Geschichte des Ordens aus seinem oft verkürzten Verständnis preußischen Hoheitsdenkens heraus.Weder der „preußischen Verherrlichung“ noch der „negativen Beurteilung“ (vor allem in Polen) folgt Boockmann, sondern objektiviert und versachlicht seine Darstellung der Fakten und tatsächlichen Ereignisse hinter den je populären Strömungen und Legendebildungen. Durch die Setzung seines Scherpunktes auf die mittelalterliche Geschichte (der aktiven „Hoch-Zeit“ des Ordens), sichert Boockmann zudem noch seine geschichtsorientierte Darstellung, ohne einem „modernen“ Nimbus nach zu hängen.Sozialgeschichte, Adelsgeschichte, ein guter Teil Macht- und Kirchengeschichte des hohen und späten Mittelalters ist es, welches er letztlich fundiert und sorgfältig recherchiert in zudem flüssiger und verständlicher Sprache mit diesem Buch vorlegt. Hier sei auf seine Darstellung der „inneren Strukturen des Ordensstaates Preußen“ Ende des 14. und Anfang des 15. Jahrhunderts verwiesen, in welcher der Leser einen kompakten Eindruck von der weltlichen Macht und dem Einfluss des Ordens vor Augen geführt bekommt.Erst zum Abschluss der strikt chronologischen Darstellung setzt Boockmann dann eine Betrachtung der Folgen. Nämlich des Verständnisses und auch der symbolischen Nutzung bis zur Umdeutung hin des Deutschen Ordens im 19. Und 20. Jahrhundert. Spannend ist hier zu lesen, wie sich dieser Nimbus und die je verschiedene Betrachtung des Deutschen Ordens vor allem in Dichtung und Drama niederschlug und ebenso interessant ist es, die polnische Haltung zum Deutschen Orden genau erläutert zu bekommen und aufgrund der Buches intensiv verstehen und einordnen zu können.Alles in allem ein flüssig zu lesendes, jederzeit sachgerechtes Geschichtsbuch zu einer der prägenden „Mächte“ preußischer (und darüber hinausgehender) „Staatsgeschichte“, versehen mit einem breiten und Umfassenden Anhang, der zur Weiterarbeit am Thema geradezu einlädt.

  • None
    2020-02-10 08:34

    Hartmut Boockmanns Darstellung zur Geschichte des Deutschen Ordens ist ein Standardwerk zur Geschichte dieses Ritterordens. Auf 319 Seiten beleuchtet der Autor die Entstehung und Ausbreitung des Ordens im Mittelalter und die Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert. Das Buch ist für Fachleute, wie interessierte Laien geschrieben und bietet neben einer ausführlichen Darstellung auch Karten und Abbildungstafeln von Montfort bis zur Marienburg. Kaufempfehlung!